Die St.Galler Regierung will mehr Polizisten

Der neue Sicherheitsbericht der St.Galler Regierung liegt vor. Darin fordern sie insgesamt 98 zusätzliche Stellen bei der Kantonspolizei.

Erika Pál
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Kantonale Notrufzentrale beim Kommando der Kantonspolizei St.Gallen. (Bild: Ralph Ribi)

Kantonale Notrufzentrale beim Kommando der Kantonspolizei St.Gallen. (Bild: Ralph Ribi)

Die neuen Stellen seien erforderlich, weil sich die Polizei mit steigenden Herausforderungen konfrontiert sieht, wie die Regierung in einer Mitteilung vom Mittwoch schreibt. Schon 2009 forderte die Regierung eine Personalaufstockung. Damals akzeptierte der Kantonsrat 75 zusätzliche Stellen, davon wurden bislang jedoch lediglich knapp die Hälfte bewilligt.

Seit 2012 ist der Stellenausbau ganz eingestellt und das, obwohl sich am Handlungsbedarf nichts Grundlegendes geändert habe, hält die Regierung weiter fest. Grund für den Personalstop war die prekäre Finanzlage des Kantons.

St.Gallen im Vergleich unterm Durschnitt

Mit dem neu vorliegenden Bericht folgt nun eine aktualisierte Lageanalyse. Diverse Opferbefragungen seitens der Polizei hätten gezeigt, dass sich das Niveau der Kriminalität in der Schweiz den Verhältnissen im übrigen Europa annähern würde.

Der Kanton St.Gallen weise im Vergleich zu den anderen Kantonen eine deutlich unterdurchschnittliche Polizeidichte auf.

Regierungsrat und Vorsteher des Sicherheits- und Justizdepartementes Fredy Fässler ist überzeugt, dass es notwendig ist, das Polizeipersonal aufzustocken. Für realistisch hält er auch, dass der Kantonsrat die geforderten 98 neuen Stellen bewilligt.

Der Ausbau soll innerhalb der nächsten sechs Jahre geschaffen werden. In einem ersten Schritt soll zunächst die uniformierte Regionalpolizei mehr Personal erhalten. "Diese Forderung wurde vor allem seitens der Politik immer wieder laut", sagt Fredy Fässler. Für das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung sei es wichtig, dass man mehr uniformierte Polizisten im öffentlichen Raum sehe.

Einführung von Sicherheitsassistenten

Im Rahmen dieser Vorlage schlägt die Regierung die Einführung von Sicherheitsassistenten vor. Damit sollen die bereits ausgebildeten Polizeikräfte von gewissen polizeifremde Tätigkeiten entlastet werden. Das Tätigkeitsfeld dieser Assistenten würde sich auf das Koordinieren und Durchführen von Häftlingstransporte konzentrieren. Im Bereich des Gefangenenmanagements sollen den Sicherheitsassistenten die gleichen Befugnisse zukommen, wie den heute in diesem Bereich tätigen Polizisten.

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