Die Steinach wird befreit

Gewisse Abschnitte der Steinach sind hochwassergefährdet. Deshalb soll der eingedolte Abschnitt kurz nach dem Wenigerweier nun offengelegt werden. Das Projekt zur Bachrenaturierung ist bis Ende Oktober öffentlich aufgelegt.

Mirjam Bächtold
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Die Steinach fliesst bald nicht mehr unterirdisch. Das Rohr ist eine Gefahr bei Hochwasser. (Bild: Urs Jaudas)

Die Steinach fliesst bald nicht mehr unterirdisch. Das Rohr ist eine Gefahr bei Hochwasser. (Bild: Urs Jaudas)

Kaum hat die Steinach im Weiertal bei St. Georgen den Wenigerweier verlassen, verschwindet sie schon wieder in einem Rohr unter der Erde. Doch nun soll der Bach, der unter einer Wiese durchfliesst, offengelegt werden. Das Stadtparlament hat das entsprechende Projekt letzte Woche beschlossen. Nun liegen die Pläne öffentlich auf.

Rohr ist Gefahr bei Hochwasser

«Die Eindolung ist in die Jahre gekommen», sagt Rolf Kretzer, städtischer Verantwortlicher für Wasserbau. Das Rohr ist am unteren Ausgang wegen des hohen Drucks schon nicht mehr ganz rund.

Ausserdem sei es bei Hochwasser oft verstopft gewesen, was zur Folge hatte, dass das Wasser über die Wiese floss. «Nach dem neuen Wasserbaugesetz, das dieses Jahr in Kraft getreten ist, muss man sich überlegen, einen Bach zu öffnen, wenn dadurch Schäden verhindert werden können», sagt Kretzer. Eine solche Renaturierung ist nun für den rund 100 Meter langen Bachabschnitt vorgesehen. «Es ist das letzte Stück der Steinach, das noch massiv eingedolt ist.

» Bis zur Talstation der Mühleggbahn, wo die Steinach in einen Stollen verschwindet, fliesst sie grösstenteils offen gelegt durch St. Georgen.

Der Plan für die Renaturierung sieht einen geschwungenen Bach vor, an dessen Seite sich Überlaufweiher befinden. Diese können bei starkem Regen das überlaufende Wasser auffangen. Sie bieten aber auch einen Lebensraum für Tiere. «Im Frühling kommen hier Hunderte von Fröschen aus dem Wald», sagt Kretzer. Diese überqueren die St.

Georgen-Strasse, die während dieser Zeit nachts gesperrt wird, und können in den Überlaufweihern laichen. Auch sonst soll das Bachbett möglichst natürlich bebaut werden. «Es ist immer eine Gratwanderung zwischen einem fest gebauten Bachbett, ähnlich einem Kanal, und dem natürlichen Lebensraum», sagt Kretzer. In diesem Projekt habe man sich für den Mittelweg entschieden. Im unteren Bereich bieten Steine Stabilität, oben wird das Bachbett mit Pflanzungen gesichert. Für diese Arbeit wird ein Landschaftsarchitekt beauftragt.

Gesamte Steinach wird saniert

Der Abschnitt im Weiertal ist nicht der einzige, der saniert werden muss. Es gibt im Lauf der Steinach zwischen Wenigerweier und der Talstation der Mühleggbahn etwa fünf bis sieben Abschnitte, die bei Hochwasser gefährdet sind. Ein Bachsanierungskonzept für die ganze Steinach sieht vor, diese Abschnitte zu erneuern. Dazu gehört etwa ein Hochwasserschutz-Rückhaltebecken beim ehemaligen Rütiweier. Von dort fliesst der Rütibach in die Steinach.

«Durch das Becken wird verhindert, dass bei starkem Regen zu viel Wasser vom Rütibach in die Steinach fliesst», erklärt Kretzer.

Als erstes steht jetzt aber die Bachoffenlegung im Weiertal an. Bis zum 27. Oktober läuft die Einsprachefrist zum Projekt. Danach wird die Arbeit ausgeschrieben und die verschiedenen Angebote geprüft. Die Arbeiten werden im Winter durchgeführt und sollten, wenn alles nach Plan läuft, innerhalb von zwei Monaten abgeschlossen sein. «Es ist einfacher, im Schnee zu arbeiten, weil es dann fast kein Hochwasser gibt», sagt Kretzer.

Im Frühling sollte die Steinach dann sichtbar durch die Wiese fliessen.