Die Starken mit starken Leistungen

Mit einem Festsieg durch Lars Geisser, drei Kantonalkränzen und 24 Auszeichnungen blickt der Schwingerverband St. Gallen und Umgebung auf ein durchschnittliches Jahr zurück. Höhen und Tiefen gab es auch beim Nachwuchs.

E. Bürer / A. Scheiwiller
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Lars Geisser (Mitte) bescherte dem Verband den Saisonhöhepunkt. (Bild: pd)

Lars Geisser (Mitte) bescherte dem Verband den Saisonhöhepunkt. (Bild: pd)

MÖRSCHWIL. Das vergangene Schwingerjahr bot Spannung und Überraschungen. Fünfzehn Schwinger konnten sich erstmals als Sieger eines Kranzfestes feiern lassen. Die Berner sind mannschaftlich trotz Verletzungspech von König Matthias Sempach und weiterer ihrer Spitzenschwinger die Nummer eins. Mit zehnmal Eichenlaub sind Florian Gnägi und Christian Stucki die erfolgreichsten Kranzgewinner. Die Innerschweizer zählen nach wie vor auf ihre Routiniers. Philipp Laimbacher (33) führt mit drei Kranzfestsiegen zusammen mit Andreas Ulrich (30) ihre Hitliste an, gefolgt von Andi Imhof (31) mit zwei Siegen an Kranzfesten. Erfolgreichste Innerschweizer Kranzgewinner sind Benji von Ah (28) und der junge Joel Wicki (18) mit je acht Exemplaren. Beim Nordwestschweizer Verband sind die Eidgenossen Christoph Bieri (8 Kränze), Bruno Gisler und Remo Stalder tonangebend. Bei den Südwestschweizern sind es junge wie Steve Duplan (18) Benjamin Gapany (20) sowie Marc Gottofrey, welche die Romands auf bessere Zeiten hoffen lassen.

St. Galler tonangebend im NOS

Im NOS-Verband waren die St. Galler tonangebend. Wie Stucki schaffte es auch Daniel Bösch auf vier Kranzfestsiege, darunter erstmals auf der Schwägalp. Daniel Bösch und Nöldi Forrer stehen mit acht Kränzen zu Buche. Mit fünf Kränzen folgen Routinier Andy Büsser und Tobias Riget (23). Mit dem Thurgauer Samuel Giger (17), den Bündner Brüdern Armon (20) und Curdin (22) Orlik, dem Toggenburger Beat Wickli (18) sind junge Talente in Lauerstellung.

Das 101. St. Galler Kantonale gelangte in Walenstadt zur Austragung. Bei bestem Wetter verfolgten 5300 Zuschauer auf dem Festplatz Exi mit drei gedeckten Tribünen die Arbeit der 189 angetretenen Schwinger, darunter sieben Eidgenossen. Im Schlussgang der beiden Toggenburger Daniel Bösch und Michael Rhyner genügte Bösch ein Gestellter zum Tagessieg. Daniel Bösch feierte damit seinen fünften Sieg in Folge am «eigenen» Kantonalfest, was vor ihm noch keinem Schwinger gelungen ist.

Abendschwingen in Untereggen

Das alljährlich vom Schwingerverband St. Gallen und Umgebung durchgeführte Abendschwingen fand in Untereggen statt. Tagsüber nahmen 378 Jungschwinger am St. Galler Kantonalen Nachwuchsschwingertag teil, ab 17 Uhr griffen die Aktivschwinger, angeführt von den Eidgenossen Daniel Bösch, Stefan Burkhalter und Martin Glaus, ins Geschehen ein. 1000 Zuschauer verfolgten die 65 Aktivschwinger. Im Schlussgang setzte sich Dani Bösch gegen Stefan Burkhalter mit Kurz durch. Der Anlass, der durch Jodler, Alphornbläser und Fahnenschwinger abgerundet wurde, war ein Erfolg. Das alle drei Jahre stattfindende Olma-Schwinget wurde zum 21. Mal in Zusammenarbeit mit dem Bürgerturnerchörli St. Gallen durchgeführt. 93 Schwinger aus allen fünf Teilverbänden traten an. Im Schlussgang setzte sich Mario Schneider gegen Michi Rhyner durch.

Highlight zum Schluss

Gesamt schafften die Schwinger des Schwingerverbandes St. Gallen und Umgebung mit vier Kranzerfolgen eine durchschnittliche Bilanz. Christian Scherer führt die Statistik mit zwei Kränzen an. Dahinter folgen Roman Vestner und Fabian Rüegg mit je einem Kranz. Letzterer durfte am St. Galler Kantonalen in Walenstadt das erste Mal vor die Ehrendamen treten. Lars Geisser fiel aufgrund einer Fussverletzung praktisch die ganze Saison aus. Jedoch sorgte er zum Schluss der Saison für das Highlight: Vor 1000 Zuschauern sicherte er sich auf der Wolzenalp seinen ersten Festsieg und beendete gleichzeitig die 30jährige Toggenburger Siegesserie. Der Rapperswiler Kurt Schneiter gewann als Gast 1985 letztmals das Schwingfest auf der Wolzenalp. Geisser startete mit einem Blitzsieg gegen den amtierenden NOS-Sieger Michi Rhyner. Mit vier Siegen und einem Gestellten zog er in den Schlussgang ein. Dort besiegte er den Teilverbandskranzer Roman Bösch nach zehn Minuten mittels Kurz.