Die Stadt wächst langsamer

Die Stadt St. Gallen ist im Jahr 2015 nur unterdurchschnittlich gewachsen. Die Grenze von 80 000 Einwohnern wurde deshalb nicht geknackt. Bei einem Wachstum wie in den vorangegangenen Jahren könnte dies 2016 der Fall sein.

David Gadze
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Die Stadt St. Gallen wächst weiter. Allerdings ist die Zunahme der Wohnbevölkerung im vergangenen Jahr deutlich tiefer ausgefallen als in den Jahren zuvor. Ende 2015 betrug sie 79 410 Einwohner und damit 69 Personen (oder 0,1 Prozent) mehr als Ende 2014 – dies obwohl der Geburtenüberschuss im vergangenen Jahr bei 197 Personen lag (Tagblatt vom Dienstag).

Einbruch im Jahr 2015

Ein Blick auf die Zahlen der vergangenen vier Jahre zeigt, dass das Bevölkerungswachstum 2015 markant zurückgegangen ist. Im Jahr 2013 war die Stadt St. Gallen um 535 Personen auf 78 413 Einwohner gewachsen, 2014 gar um weitere 928 Personen auf 79 341 Einwohner (siehe Grafik). Die Zahlen beziehen sich auf die gesamte Wohnbevölkerung, also auch auf Personen mit Nebenwohnsitz und solche, die ohne dauerhafte Aufenthaltsbewilligung in der Stadt wohnen.

Auch die ständige Wohnbevölkerung hat 2015 unterdurchschnittlich zugenommen. Seit 2006, als sie letztmals rückläufig und auf 69 855 Einwohner gesunken war, hat sie jedes Jahr um mindestens 300, in den meisten Jahren um rund 500 Einwohner zugenommen. 2015 hingegen stieg sie nur noch um 152 Personen auf total 74 834 Einwohner.

Grosse Monatsschwankungen

Auffallend sind auch die Schwankungen innerhalb der vergangenen zwölf Monate. So sank die Gesamtbevölkerungszahl allein zwischen Ende Mai und Ende Juli um knapp 550 Personen und fiel sogar unter die Marke von 79 000 Einwohnern, um innerhalb der folgenden drei Monate, also bis Ende Oktober, um rund 1100 Personen zuzunehmen. In den letzten beiden Monaten des Jahres «verlor» die Stadt St. Gallen dann nochmals über 450 Personen.

Gemäss Stephan Wenger, Leiter des Einwohneramtes der Stadt St. Gallen, gibt es verschiedene Gründe für dieses Auf und Ab und die teils starken Unterschiede selbst zwischen aufeinanderfolgenden Monaten. Eine Umfrage bei den Mitarbeitenden am Schalter habe hauptsächlich zwei Gründe für die jährliche Abnahme der Wohnbevölkerung am Jahresende zu Tage gebracht: «Bauarbeiter aus Spanien, Portugal und Italien – die ehemaligen Saisonniers und heutigen Kurzaufenthalter – melden sich gegen Ende Jahr ab, um sich im Frühjahr wieder anzumelden.»

Gaststudenten kehren heim

Ein weiterer Grund sind gemäss Wenger Gaststudenten. Deren Kurzaufenthaltsbewilligung gelte in der Regel bis Ende Semester (also bis Ende Januar), viele meldeten sich jedoch bereits im Dezember ab, um über Weihnachten heimzukehren.

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