«Die Stadt ist der einzige Ausreisser»

Nachgefragt

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Es wird enger fürs neue städtische Benotungssystem: Die vorberatende Kommission des Kantonsrates spricht sich in Zusammenhang mit einem Nachtrag zum Volksschulgesetz dafür aus, die halben Noten doch beizubehalten. Die Stadt hat sie bereits abgeschafft und müsste bei so einem Entscheid des Kantonsparlaments ihr System zurückstellen, sagt Kommissionspräsident Ruedi Blumer.

Die Stadt hat die halben Noten abgeschafft. Ihre Kommission spricht sich für ebendiese aus. Wieso?

Die halben Noten haben sich ­bewährt. Das war ganz klar der Tenor in der 15-köpfigen Kommission. Die Stadt ist der einzige Ausreisser unter den 77 Gemeinden. Die Fraktionsvertreter sahen keinen Grund, halbe Noten im ganzen Kanton abzuschaffen. Ein einheitliches System wurde aber gewünscht.

Der städtische Schuldirektor Markus Buschor sagt, dass die halben Noten gegen den Lehrplan 21 verstossen.

Das ist die Argumentation des St. Galler Stadtrates. Ich sehe hingegen keinen Verstoss gegen den neuen Lehrplan.

Wurde das Benotungssystem der Stadt in der Kommission überhaupt diskutiert?

Natürlich. Es waren ja auch zwei Vertreter der Stadt in der Kommission vertreten. Doch der Entscheid für die halben Noten fiel schnell und sehr deutlich aus. Es gab keinen Widerstand.

Welches Argument hat den Ausschlag zur Beibehaltung der halben Noten gegeben?

Dass im ganzen Kanton dasselbe Benotungssystem herrschen sollte. Zudem zeigt sich auch in den Nachbarkantonen, dass es bestens funktioniert.

War es ein Fehler, dass die Stadt rasch umgestellt hat?

Die Stadt hat gegen kein Gesetz verstossen.

Muss sie nun aber ihr System wieder umstellen?

Wahrscheinlich schon. Das Kantonsparlament entscheidet über die halben Noten in der Frühlingssession Ende April.

Rechnen Sie mit Widerstand?

Es wird wohl einige Wortmeldungen geben. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass die halben Noten Pflicht werden. (ren)