Die Stadt als eine grosse Baustelle

Über 200 Menschen liessen sich über Bauprojekte informieren. In den nächsten Jahren werden 300 Millionen Franken in die Zukunft Rorschachs investiert. Applaus erntete Stadtpräsident Müller für seinen «Kampf» gegen Bordelle in der City.

Peter Beerli
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rorschach. «Die raschen Veränderungen im Stadtbild werden uns alle fordern. Wo ein Stück Rorschach entsteht, werden einige ein Stück bisheriges Rorschach vermissen. Das ist der Preis der Stadterneuerung. Der Lohn ist die Gewissheit, in einem spannenden Abschnitt der Stadtgeschichte zu leben. Ich bin mir sicher, dass unsere Nachkommen den Mut und den Willen zur Erneuerung danken werden.» Das führte Stadtpräsident Thomas Müller am Montag am von über 200 Personen besuchten Stadt-Apéro aus.

Mit der Überbauung am Trischliplatz, den Hochhäusern im Stadtwald, der Sanierung des Hochhauses Thurgauerstrasse 33 und dem Bau der neuen Raiffeisenbank wird die Stadt in den nächsten Jahren eine einzige grosse Baustelle sein. Der Stadtpräsident orientierte zusammen mit Eigentümern, Bauherrschaften und Architekten über Baustellen und Projekte.

Fotos von der Baustelle

Bauleiter Marcel Langenegger von der Bauengineering com AG, St. Gallen, zeigte Fotos von der Baustelle Trischliplatz, wo im November 2011 die Migros und die Parkgarage eröffnet und 2012 52 Wohnungen bezogen werden. Das Alcan-Gebiet eigne sich für Hochhäuser, hatte 2005 eine Studie ergeben. Drei Hochhäuser im Stadtwald wurden geplant, welche ab 2010 auf einer Stadtwald-Fläche von 18 800 Quadratmetern erstellt werden. Die ersten werden 2012, das letzte 2014 bezogen.

Patrick Thoma von der Thoma Immobilien Treuhand AG, Amriswil, und Remo Bienz von der Fortimo, St. Gallen, orientierten über den Bau und die exklusiven Wohnungen. Mit dem viergeschossigen Gebäude «Seehof» am Rathausplatz kommt die Raiffeisenbank neu in die Stadt. Sie investiert, wie André Eberhard von der Raiffeisenbank Rorschacherberg-Thal sagte, 10 Millionen Franken und schafft neue Arbeitsstellen.

– Marcel Giger von den Architekten Gisel und Partner AG führte aus, wie das 1966 erstellte Hochhaus Thurgauerstrasse 33 total saniert wird.

Dieses Jahr noch soll mit der Erstellung der ersten «Würth»-Etappe begonnen werden. Für 2011 ist das Baugesuch «Löwengarten» zu erwarten und im gleichen Jahr der Kredit für den Lift beim Hauptbahnhof zu sprechen.

Keine Lösung für den «Anker»

Die Orientierung beanspruchte eine Stunde. Niemand warf dann grundlegende Fragen auf. Die Stimmung der Bürgerinnen und Bürger war positiv, als man zum Schluss der Veranstaltung mit sämtlichen Stadträten zusammenblieb. «Der Stadtrat befindet sich auf dem richtigen Weg», zeigte man sich überzeugt, und der Stadtpräsident erhielt für die Zusicherung, die Stadt weiterhin von Bordellen freizuhalten, starken Applaus. Nur mit der Aussenansicht des Bankgebäudes konnte sich ein Votant nicht befreunden.

Mit Brummen reagierte man, als Besitzer Gottlieb Kündig, auf die Zukunft des «Ankers» angesprochen, antwortete, die Zeit sei noch nicht reif, zumal auch die Umgebungssituation nicht stimme.