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Die St. Galler Fasnacht lebt

Nach dem Föbü-Verschuss vom Fasnachtssamstag leerten sich die St. Galler Gassen in Rekordzeit. Journalisten fragten daher, ob die Fasnacht sterbe. Die Fasnächtler verneinen.
Christoph Renn
Leere Gassen am Fasnachtssamstag nach dem Föbü-Verschuss: Die anderen Abende waren gut bis sehr gut besucht. (Bild: Urs Bucher)

Leere Gassen am Fasnachtssamstag nach dem Föbü-Verschuss: Die anderen Abende waren gut bis sehr gut besucht. (Bild: Urs Bucher)

Christoph Renn

christoph.renn

@tagblatt.ch

Seit Dienstag ist die Fasnacht 2018 Geschichte. Ihr letztes Kapitel ist aber noch nicht geschrieben. Weil sich die Gassen nach dem Föbü-Verschuss am Samstagabend schnell geleert haben, spekulierten Medien – wieder einmal – über den Tod der St. Galler Fasnacht. Angeheizt wurde die Diskussion durch leise Kritik an den Guggen, geäussert von Bruno Bischof, dem Präsidenten der Fasnachtsgesellschaft.

Doch so schlecht kann die St. Galler Fasnacht nicht gewesen sein. Die Verantwortlichen der wichtigsten an der Fasnacht aktiven Gruppen zeigten auf jeden Fall gestern Donnerstag immer noch Ermüdungserscheinungen. Und sie alle wollen von einer aussterbenden Tradition nichts wissen. «Wir sind überaus zufrieden und waren mit 16 Einzelmasken und Gruppen unterwegs», sagt etwa Michael Hugentobler, Sprecher der Schnitzelbänkler.

Die Ansicht teilt René Rechsteiner, Präsident von Gastro Stadt St. Gallen: «Für alle Schnitzelbank-Beizen war es eine super Fasnacht.» Sie seien sehr gut besetzt gewesen. Doch beide ergänzen, dass es auf den Gassen schon etwas ruhiger gewesen sei als in den vergangenen Jahren. Auch am Dienstag sei nicht mehr viel gelaufen. Über die Gründe können Hugentobler und Rechsteiner aber nur spekulieren.

«Die grundsätzliche Frage nach der Zukunft der St. Galler Fasnacht ist aber sicher erlaubt», findet Hugentobler. Für die zwei ruhigeren Abende sehen die Aktiven verschiedene Ursachen. Ein Punkt sei das Wetter gewesen, das sich nicht von seiner freundlichsten Seite gezeigt habe. Und: «Unsere Besucherzahlen unterlagen schon in früheren Jahren starken Schwankungen.»

Mehr Besucher als vor fünf Jahren

Gar eine steigende Besucherzahl hat Michael Hüppi, Kanzler der Ehren-Födlebürger (Föbü), beobachtet. «Den Föbü-Verschuss vor dem Vadian-Denkmal haben diesmal deutlich mehr Leute begleitet, als das noch vor fünf Jahren der Fall war.» Auch mit der Fasnachtsgala «Dampf im Kessel» vom Freitagabend in der Lok­remise sei er sehr zufrieden. «Dort haben wir aber noch Steigerungspotenzial, weil der Anlass noch nicht so bekannt ist.»

Hüppi verweist auch auf den Umzug vom Sonntag im Stadtzentrum, an dem immer mehr Leute teilnähmen und immer mehr Schaulustige die Strassen säumten. Noch vor neun Jahren hätten viel weniger Fasnächtler den Weg an den Umzug gefunden. Dass es am Samstag nach dem Föbü-Verschuss schnell ruhiger wurde, habe er nicht miterlebt. Er habe aber gehört, dass sich Gassen auffallend rasch geleert hätten. Das müsse an der Nachbearbeitung natürlich angesprochen werden.

Thema der Nachbesprechung der diesjährigen Fasnacht werden auch die Guggen sein, die schon in der ersten Bilanz der Fasnachtgesellschaft Kritik hatten einstecken müssen. Kritik, die den Sprecher der Vereinigten Guggen St. Gallen, Nicolas Steiner, verärgerte. Entgegen den Äusserungen des Fasnachtspräsidenten hätten auch dieses Jahr selbstverständlich viele einheimische Guggen gespielt.

Der Samstagabend ist aber auch für Steiner «eine Baustelle». «Es muss uns gelingen, diesen Abend im Stadtzentrum attraktiver zu machen.» Deshalb werde er mit den Ehren-Födlebürgern und der Fasnachtsgesellschaft nach einem neuen Konzept suchen. Der Samstag stecke im Moment in einer Art Abwärtsspirale: «Kommt weniger Publikum in die Stadt, kommen weniger Guggen, kommt weniger Pub­likum und so weiter.» Eine definitive Lösung für das Prob­lem gebe es noch nicht.

Guggen stossen an Platzgrenze

Wegen eines einzelnen Abends der ganzen Fasnacht den Tod vorauszusagen, ist laut Nicolas Steiner jedoch überhaupt nicht angebracht. «Wir haben beispielsweise ein hervorragendes Agguge am Donnerstag erlebt.» Danach habe man mit rund 60 Guggen-Auftritten am Donnerstag sogar eine kritische Grösse erreicht. «Mit den drei Bühnen sind wir an die Kapazitätsgrenze gestossen.»

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