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Die Sonnenseite der Dächer

ST.GALLEN. Als erste Gemeinde im Kanton verfügt die Stadt St. Gallen über ein Solarkataster, das im Internet öffentlich zugänglich ist. Darauf lässt sich rasch erkennen, welche Dächer der Stadt für die Gewinnung von Solarstrom geeignet sind.
Christina Weder

Der Kanton Appenzell Ausserrhoden hat bereits eines. Jetzt folgt die Stadt St. Gallen mit einem eigenen Solarkataster. Seit letzter Woche ist es im Internet aufgeschaltet. Auf einem Stadtplan erfahren Hauseigentümerinnen und -eigentümer auf einen Blick, ob sich ihr Dach für die Installation einer Solaranlage eignet. Und zwar anhand der Farbe, mit der das Dach eingefärbt ist.

Die Dächer, die sich am besten für die Gewinnung von Solarenergie eignen, leuchten rot. Orange Dächer eignen sich gut, um eine Photovoltaik-Anlage zu installieren. Und auch gelbe kommen in Frage. Bei einem blauen Dach sollte man eher davon absehen. Graue Dächer sind ungeeignet. Sie sind entweder zu klein, zu wenig der Sonne ausgesetzt oder unter Denkmalschutz gestellt. Aus letzterem Grund sind auch der gesamte Stiftsbezirk, die Laurenzenkirche und viele Altstadthäuser auf dem Stadtplan grau eingefärbt. «Da lassen wir von vornherein die Finger davon», sagt Harry Künzle vom Amt für Umwelt und Energie.

Strommenge vorausgesagt

Es handelt sich um das erste Solarkataster im Kanton St. Gallen. Im Internet lässt sich mit einem Klick auf eine bestimmte Dachfläche eine Reihe weiterer Informationen abrufen. Man erfährt die Ausrichtung, den Neigungswinkel und die Fläche des Daches – alles entscheidende Faktoren für die Aufstellung einer Photovoltaik-Anlage. Und es wird gar die Strommenge vorhergesagt, mit der man auf einem bestimmten Dach rechnen kann. Diese Informationen sind für eine Grosszahl der Dächer in der Stadt abrufbar.

Laut Lieferanten des Solarkatasters handelt es sich um die weltweit erste Version, die auch berechnet, wie viel Solarstrom im Tages- und Jahresverlauf in der ganzen Stadt gewonnen werden könnte – und zwar auf die Viertelstunde genau. Damit kann die Stadt das Potenzial der Solarenergie erstmals genauer abschätzen, was für das Energiekonzept 2050 von Bedeutung ist. Es sieht vor, dass die Dächer der Stadt in 20 Jahren 25 Gigawattstunden Solarstrom liefern sollen. Bis jetzt schaffen sie gerade einmal eine halbe Gigawattstunde. Im Bereich des technisch Möglichen wären bis zu 100 Gigawattstunden, wie das Solarkataster zeigt.

Im Industriequartier

Das Ziel ist, auf der Basis des Solarkatasters gezielt Liegenschaftsbesitzer anzugehen. Besonders interessant sei etwa das Industriequartier in Winkeln, sagt Künzle: «Das sind die Dächer, mit denen man beginnen sollte.» Sie sind zum einen flach, zum anderen grossflächig. Auf dem Ikea-Dach und auf der Gründenmoos-Tribüne stehen bereits Photovoltaik-Anlagen. Eine weitere grosse ist in diesem Gebiet geplant. Auch im Stadtinnern finden sich geeignete, grosse Dachflächen: jene der Olma-Halle 9, der Universität St. Gallen oder der Lokremise.

Durch das Solarkataster sollen auch private Hausbesitzer ermuntert werden, aktiv zu werden. Geeignete Dachflächen sind über die ganze Stadt verteilt. Doch scheint es die Sonne mit bestimmten Quartieren besonders gut zu meinen: etwa mit dem Stephanshorn, Lachen, Boppartshof oder der Tutilo-Siedlung.

Auf www.stadt.sg.ch im Suchfenster «Solarkataster» eintippen.

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