Die Smartphone-Chauffeure sind die wirkliche Gefahr

«Schon über 1000-mal geblitzt» Ausgabe vom 18. März

Roland Göldi
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Nun sind die blitzenden Einnahmequellen wieder neu platziert. Obwohl die Polizei ja immer wieder behauptet, dass die mobilen Radarfallen nur der reinen Sicherheit dienen, fällt es mir immer wieder schwer, dies zu glauben.

Da steht seit ein paar Tagen wieder der Blitzer am beliebten Standort an der Zilstrasse in St. Gallen. Die Zilstrasse, eine breite Strasse mit beidseitigem Trottoir, nicht allzu grossem Verkehr, aber auf die Häufigkeit des Blitzerstandortes zu schliessen eine sehr gute Einnahmequelle. Die zweite Geldsäule steht ebenfalls seit einigen Tagen, zum ersten Mal seit der Tempo-60-Begrenzung, an der Rorschacherstrasse in Mörsch­wil. Auch hier wieder super platziert, nach der 80er-Strecke, abwärtsfahrend Richtung Rorschach, kurz nach der Kurve. Da musst du dann ganz schön auf die Bremse treten! Denn da steht er, vor dem Werkhof der Gemeinde Mörschwil. Ich schau mich um, ich suche, aber ich finde keine Gefahrenquelle. Eine Gefahrenquelle, die es rechtfertigen würde, hier einen Blitzer aufzustellen.

Es fällt mir einfach schwer, zu glauben, dass diese Fallen nur an unfallträchtigen Orten eingesetzt werden. Vielmehr fällt mir auf, dass die Fallen meist so platziert sind, dass die Strasse leicht abfallend ist und wenn man dann nicht dauernd auf die Bremse tritt, leicht ein paar Kilometer zu schnell auf dem Tacho sind.

Wohlgemerkt, ich bin nicht gegen Geschwindigkeitsmessungen – aber bitte dort, wo es Sinn macht und der Sicherheit dient. Um die Kasse zu füllen, hätte ich eine bedeutend bessere Idee. Einmal für 10 Minuten an einer ganz normal befahrenen Strasse die Automobilisten zu beobachten genügt, und die Einnahmen wären auf sicher. Aber wie gesagt, es geht der Polizei ja nicht um die Einnahmen, sondern um die Sicherheit.

Sicherheit im Strassenverkehr? Da schau ich dann wie erwähnt mal 10 Minuten auf die vorbeifahrenden Automobilisten. Von zehn vorbeifahrenden Autos zähle ich durchschnittlich zwei Telefonierende, zwei bis drei Whatsapp-Schreibende, das ergibt schnell einmal so zwischen 40 und 50 Prozent Straftaten. Diese Smartphone-Chauffeure, die glauben, trotz Ablenkung ihr Gefährt sicher im Griff zu haben, das sind die Gefahren, die ich fürchte. Mal schnell nachsehen, wer mir was «Wichtiges» mitzuteilen hat. Schnell mal ein paar nette (unnötige) Worte zurückschreiben. Das sind dann die Fahrer, die mit gesenktem Kopf immer wieder mal die Mittelleitlinie überfahren und den Gegenverkehr verunsichern. Diese SMS-und Whatsapp-Schreiber sind es, die es gilt, dringend und ohne Pardon aus dem Verkehr zu ziehen. Für mich sind das lebensgefährdende Fahrer, die es im vollen Bewusstsein in Kauf nehmen, andere Verkehrsteilnehmer zu gefährden.

Die Ordnungshüter müssten mal ganz einfach in Zivil ein paar Minuten am Strassenrand stehen und die Vorbeifahrenden beobachten.

Roland Göldi

Grünaustrasse 6, 9403 Goldach