«Die Sicherheit aller geht vor»

Nachgefragt

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Hanspeter Krüsi, Mediensprecher Kantonspolizei St.Gallen. (Bild: Benz Stefan KAPO_KTD_SG)

Hanspeter Krüsi, Mediensprecher Kantonspolizei St.Gallen. (Bild: Benz Stefan KAPO_KTD_SG)

Auf einem Spielzeugtraktor donnert ein junger Mann die Strasse von Grub nach Rorschach hinab. Immer wieder gerät er auf die Gegenfahrbahn. Helm oder ähnliche Schutzausrüstung trägt er nicht. Und das bei 50 km/h. Seine Kollegen fahren hinterher und filmen die unüberlegte Mutprobe. Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen, erklärt, wie die Polizei in einem solchen Fall vorgeht.

Hanspeter Krüsi, hat sich der Fahrer strafbar gemacht?

Ja, grundsätzlich schon. Jedes Fahrzeug oder Gerät, das auf öffentlichen Strassen als Fortbewegungsmittel eingesetzt wird, muss typengeprüft sein. Bei einem Spielzeugtraktor ist das nicht der Fall.

Welche Strafe droht einer Person, wenn sie in flagranti erwischt wird?

Bei uns steht die Sicherheit an erster Stelle. Deshalb reden wir zunächst mit den Leuten und versuchen, sie zur Vernunft zu bringen. Zeigen sie keine Einsicht, haben die Betroffenen mit einer Geldstrafe zu rechnen.

Können Sie Personen aufgrund eines Videos belangen?

Klar könnte man das. Die Polizei setzt ihre Prioritäten aber anderweitig. Wir wollen niemandem den Spass verderben, solange es keine schwerwiegenden Konsequenzen für die Beteiligten oder Aussenstehende bedeutet.

Welche Konsequenzen könnte so eine Fahrt denn haben?

Bei einem Unfall würde die Versicherung Regress auf den Verursacher nehmen. Dieser müsste die Kosten selber übernehmen. Bei diesem Tempo kann die Fahrt ohne weiteres auf der Intensivstation enden. Das kostet schnell Zehntausende Franken, abgesehen von den Verletzungen. (sro)