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«Die Schweiz ist das Foyer zum Paradies»

Seit einem Jahr ist der 80jährige Tovia Ben-Chorin Rabbiner der Jüdischen Gemeinde St. Gallen. Er setzt sich ein für den Dialog der Religionen – und sieht die Schweiz als Vorbild für den Nahen Osten.
Julia Nehmiz/Janique Weder
Tovia Ben-Chorin liebt den Austausch mit anderen. (Bild: Benjamin Manser)

Tovia Ben-Chorin liebt den Austausch mit anderen. (Bild: Benjamin Manser)

ST. GALLEN. Seine Eltern mussten vor den Nazis aus München nach Palästina fliehen. Tovia Ben-Chorin wurde 1936 in Jerusalem geboren. Er habe viel von seinem Vater, dem berühmten Journalisten und Religionswissenschafter Shalom Ben-Chorin gelernt. Tovia Ben-Chorin wurde Rabbiner und leitete Gemeinden in Jerusalem, Manchester, Zürich, Berlin – und ist seit einem Jahr in St. Gallen. Er setzt sich leidenschaftlich für den interreligiösen Dialog ein. «Die Kraft des Dialogs hat mich bis heute nicht losgelassen. Ich glaube sehr an den Dialog. Mit allen. Es gibt keine andere Waffe gegen den Krieg als Sprache und Brücken bauen», sagt Ben-Chorin.

Auch im Nahostkonflikt müsse man auf den Dialog setzen. Ein Vorbild sei die Schweiz, er wünsche sich eine Art föderalistisches System für den Nahen Osten. Denn: «In der Schweiz leben vier ethnische Gruppen unter einer Flagge, trotzdem behalten sie ihre Sprache, ihre Kultur, ihre Religion. Die Schweiz ist für mich das Foyer zum Paradies. Sie hat etwas Stabiles.»

Mehr zum Thema in der Ostschweiz am Sonntag vom 26. Juni.

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