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Die Schuldfrage bleibt ungeklärt

ST.GALLEN. Das Strafverfahren gegen zwei am Bau der eingestürzten Turnhalle in St. Gallen beteiligte Personen ist eingestellt. Dies, weil der Kanton die Halle möglichst rasch wieder aufbauen will. Bereits im März 2012 sollen die Arbeiten beginnen.
Daniel Klingenberg
Die Riethüsli-Turnhalle am Vormittag nach dem Einsturz. (Archivbild: Hanspeter Schiess)

Die Riethüsli-Turnhalle am Vormittag nach dem Einsturz. (Archivbild: Hanspeter Schiess)

St. Gallen. Das Strafverfahren zur eingestürzten Riethüsli-Turnhalle ist eingestellt. Es war gegen zwei am Bau beteiligte Personen eröffnet worden, nachdem ein Gutachten der Eidgenössischen Materialprüfungsanstalt (Empa) die Einsturzursache aufgezeigt hatte. Die Einstellung des Verfahrens ist möglich, weil das Baudepartement des Kantons auf die Klärung der Schuldfrage verzichtet. Dies geht aus einer Medienmitteilung der Staatsanwaltschaft hervor. Das bedeutet: Es wird nicht geklärt, wer strafrechtlich verantwortlich ist für den Einsturz der Halle in den Morgenstunden des 24. Februar 2009.

Gegen 10 Mio. von Versicherung

Die nun kommunizierte Lösung zeichnete sich ab, nachdem der Kanton verlauten liess, dass die Versicherung zweier möglicher Haftpflichtiger zu zahlen bereit sei (Tagblatt vom 2. Juli). Die Zürich Versicherung soll demnach gegen zehn Millionen Franken an den Kanton überwiesen haben – über den genauen Betrag wurde Stillschweigen vereinbart. Der Kanton soll weniger als drei Millionen übernehmen müssen.

Auf Schuljahr 2013/14 fertig

Der Verzicht des Kantons auf die Klärung der Schuldfrage bedeutet letztlich: Er ist stärker an einem raschen Wiederaufbau interessiert als an der Eruierung der Schuld. Denn dies hätte zu einer weiteren Verzögerung geführt.

Nun aber ist der Weg frei für den Wiederaufbau. Der Schadenplatz ist freigegeben, mit der Räumung wird in den nächsten Tagen begonnen. Nach Auskunft des Baudepartements wird derzeit die Baueingabe vorbereitet. Bis Ende Jahr möchte man die Baubewilligung vorliegen haben, so dass ab März 2012 gebaut werden kann. Die Inbetriebnahme der Halle, in der rund 1000 Gewerbeschüler turnen sollen, ist auf August 2013 geplant.

Ursache für den Einsturz der Halle waren zu schwach ausgelegte Dachträger. Im Laufe der Planung waren verstärkende Bauteile weg gelassen worden. Mit der Einstellung des Verfahrens wird nun nicht klar, wo genau in der Kette einzelner Entscheidungen der fatale Fehler passiert ist.

Baubranche «sensibilisiert»?

Zu hoffen ist aber, dass die Baubranche dennoch aus dem Vorfall lernt. Denn wie ein ETH-Professor nach dem Einsturz gegenüber dem Tagblatt sagte, erwachsen aus der Analyse von Schadenfällen üblicherweise die Konzepte zu deren Verhinderung. Auch das Communiqué der Staatsanwaltschaft signalisiert, dass aus dem Unfall durchaus zu lernen ist. Gleich dreimal wird erwähnt, dass die Fachwelt «sensibilisiert» worden sei und sich daher «solche Fehler in Zukunft nicht wiederholen sollten».

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