«Die Schulden reduzieren war wichtig»

Häggenschwil hat mit 384 Franken pro Einwohner erstmals ein Nettovermögen. Erneut wird der Steuerfuss gesenkt, diesmal auf 142 Prozent. Gemeindepräsident Hans-Peter Eisenring erklärt, wie die Gemeinde innert weniger Jahre aus den Schulden gekommen ist.

Johannes Wey
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Hans-Peter Eisenring Gemeindepräsident (Bild: pd/Gemeinde Häggenschwil)

Hans-Peter Eisenring Gemeindepräsident (Bild: pd/Gemeinde Häggenschwil)

Herr Eisenring, vor 15 Jahren hatte Häggenschwil noch die höchste Verschuldung je Einwohner in der Region. Mit dem Rechnungsabschluss 2014 konnten Sie erstmals ein Nettovermögen verbuchen. Wie kommt es dazu?

Hans-Peter Eisenring: In den 1990er-Jahren, also lange vor meiner Zeit, haben Neubauten wie die Turnhalle beim Oberstufenschulhaus oder der Kindergarten die Verschuldung in die Höhe getrieben. Diese Schulden sind mittlerweile praktisch abgeschrieben. Wichtig war, diese Schuldenlast wann immer möglich zu reduzieren. Damit fielen auch Schuldzinsen weg und die Abschreibungsquote sank kontinuierlich. Heute liegt sie unter 100 000 Franken.

Sie sagen, die Bauten aus den 1990er-Jahren seien praktisch abgeschrieben. Stehen nun wieder grosse Investitionen an, etwa in Sanierungen?

Eisenring: Die jüngsten Infrastrukturprojekte, vor allem Baulanderschliessungen, haben sich aus dem Verkauf der Grundstücke mehr als selber refinanziert. Natürlich braucht es immer wieder kleinere Ersatzinvestitionen in die Infrastruktur. Aber millionenschwere Gesamtsanierungen von Schulhäusern oder Ähnliches stehen derzeit nicht an.

Häggenschwil will 2015 auch noch den Rest seiner Schulden abschreiben. Dass eine Gemeinde mehr Vermögen als Schulden hat, ist ein kleines Kuriosum. Ist dem Gemeinderat noch nicht vorgeworfen worden, Steuern auf Vorrat einzunehmen?

Eisenring: Dieser Vorwurf ist mir nicht zu Ohren gekommen. Wir haben ja in den vergangenen Jahren auch kontinuierlich den Steuerfuss gesenkt. Ich denke, die Einwohner freuen sich eher, dass wir diesbezüglich von den letzten Plätzen in der Region weggekommen sind. Was die Höhe der Einfachen Steuern angeht, liegen wir im Kanton erstmals in der vorderen Hälfte, genau genommen auf Rang 34. Wenn die Bürgerversammlung der nächsten Steuerfusssenkung zustimmt, liegen wir mit 142 Prozent immerhin tiefer als Gemeinden wie die Stadt St. Gallen. Vor sechs Jahren beispielsweise lag unser Steuerfuss noch bei 162 Prozent.

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