Die Schnäppchenjäger sind los

Weihnachten ist vorbei, das grosse Shoppen nicht. Nach den Feiertagen machen die Läden weiterhin gute Geschäfte: Es kommen nicht nur die «Umtauscher», sondern auch die Schnäppchenjäger.

Sarah Schmalz
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Das Shoppen geht weiter: Nach dem Fest beginnt der Ausverkauf. (Archivbild: Urs Jaudas)

Das Shoppen geht weiter: Nach dem Fest beginnt der Ausverkauf. (Archivbild: Urs Jaudas)

«Die Parkgaragen sind voll», sagt Marc Schäfer, Leiter der Shopping-Arena. Im Einkaufszentrum in Winkeln läuft das Geschäft auch nach Weihnachten. Die Umtauschwütigen machen nur einen kleinen Teil des nachweihnachtlichen Andrangs aus. Laut Schäfer ist es in erster Linie der Ausverkauf, der die Massen lockt. Zudem würden während der freien Tage viele ihre erhaltenen Gutscheine einlösen.

Dem späten Winter sei Dank

Ralph Bleuer, Präsident von Pro City, teilt Schäfers Einschätzung: «Derzeit sind viele Schnäppchenjäger unterwegs.» Der frühe Start des Ausverkaufs unmittelbar nach Weihnachten habe sich in den vergangenen Jahren eingependelt, so Bleuer weiter. Und der Trend gehe in Richtung noch früher. Laut Bleuer beginnen einzelne Geschäfte bereits vor Weihnachten ihre Preise zu reduzieren.

Das gilt auch in der Shopping-Arena. Und Schäfer hat dafür eine Erklärung: Die späten Winter seien schuld, sagt er. Denn extrem frühe Reduktionen beobachtet Schäfer in erster Linie bei warmen Kleidern und Schuhen. Diese hätten sich in den vergangenen Jahren schlechter verkauft, weil es tendenziell später wirklich kalt werde, sagt Schäfer. Um Ende Saison nicht auf ihren Waren sitzenzubleiben, begännen die Ladenbetreiber immer früher mit dem Ausverkauf.

Bleuer sieht den Ausverkauf auch anderweitig verändert: Viele Geschäfte versuchten heute nicht mehr bloss, ihr Sortiment zu veräussern, sagt er. Oft würden stattdessen extra Waren eingekauft. «Die muss natürlich billig sein, damit das Geschäft für die Läden lukrativ ist.»

Ein zufriedenstellendes Jahr

Lukrativ ist laut Bleuer auch des Geschäft mit den Gutscheinen. Sowohl jene von Pro City als auch die der einzelnen Läden verkauften sich seit sechs, sieben Jahren massiv besser, sagt er. Und stellt in diesem Zusammenhang einen Rückgang des Umtauschgeschäfts fest: «Heute wird gezielter geschenkt.» Wer hingegen nicht ausreichend über Vorlieben und Wünsche einer Person Bescheid wisse, greife lieber zu einem Gutschein, «als etwas Unpassendes unter den Baum zu legen».

Noch kann kein Weihnachtsverkauf-Fazit gezogen werden. Sowohl Schäfer als Bleuer zeigen sich aber optimistisch. Das Geschäft laufe sehr zufriedenstellend, heisst es einhellig. In der Shopping-Arena geht man allerdings von einem leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahr aus. Weil das bislang schöne Winterwetter nach draussen gelockt habe.