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Die Schmerzen sind da, aber keiner versteht sie

Momentaufnahme
Katrin Volken informiert am Samstag auf dem Trischli-Platz. (Bild: res)

Katrin Volken informiert am Samstag auf dem Trischli-Platz. (Bild: res)

Vor sieben Jahren war Katrin Volken nicht zu beneiden. Sie litt unter unerklärlichen Schmerzen, Übelkeit und Schlafstörungen. Am Samstag macht sie mit einer Standaktion auf dem Trischliplatz auf ihre Krankheit aufmerksam. Als sie vom Arzt die Diagnose Fibromyalgie-Syndrom erhielt, war sie erleichtert, keine lebensbedrohliche Krankheit zu haben. «Fibromyalgie ist eine chronische Krankheit, die sich durch ­einen allgemeinen Schmerzzustand und einer tiefgreifenden Müdigkeit auszeichnet. Auch bekannt als generalisiertes Weichteilrheuma, das mehr als 20 Begleitsymptome mit sich bringen kann, was oft schwer zu ertragen ist», sagt die 31-jährige Rorschacherin. Mittlerweile hat sie einen guten Weg für sich gefunden, trotz Krankheit ein glückliches Leben zu führen.

Das Perfide an dieser Krankheit ist, dass sie oft mit anderen Erkrankungen verwechselt wird. Zum Beispiel einem Leaky-Gut- Syndrom. Dieses zeichnet sich durch einen durchlässigen Darm aus, der Nahrungsbestandteile, die nicht zur Genüge verdaut wurden, durch die Dünndarmschleimhaut in den Blutkreislauf lässt und zu fibromyalgieähnlichen Symptomen führt. «Die jahrelange Ungewissheit bis zur Diagnose ist eigentlich noch schwerer zu ertragen als die Krankheit selber.» Deshalb möchte Katrin Volken all jenen helfen, die an ­unerklärlichen Schmerzen leiden oder sich erst seit kurzem mit dieser Diagnose konfrontiert sehen. Dazu hat sie einen Onlineshop aufgebaut, in dem sie ausführlich über das Fibromyalgie-Syndrom aufklärt und gleichzeitig Betroffenen eine Möglichkeit gibt, «etwas Kleines hinzuzuverdienen». «Ziel der Homepage soll sein, dass betroffene Leute die nötige Unterstützung bekommen, damit schneller gehandelt werden kann», gibt sie sich optimistisch.

«Mich künstlerisch zu betätigen, war mein erster Schritt zur Besserung. Meine Lebensweise so anzupassen, um mein Leben wieder lebenswert zu machen, der zweite. Daher vereine ich die beide Komponenten Kunst und Fibromyalgie auf meiner Homepage.» Sie macht auch keinen Hehl daraus, dass so ein Leben zwischen vermutetem Hypochonder und einer anerkannten Krankheit alles andere als ein Zuckerschlecken ist. «Trotzdem war erst eine Thrombose nötig, um mich richtig wachzurütteln», sagt sie.

«Die Auseinandersetzung mit meiner Krankheit ist die eine Seite der Medaille. Die andere ist die, dass ich als alleinerziehende Mutter Verantwortung zu tragen habe. Das alles unter einen Hut zu bringen und dem eigenen Kind gerecht zu werden, ist manchmal auch das, was die ganz grosse Herausforderung ist», sagt sie. Mit der Unterstützung von ihrer Familie und der Hilfe einer tollen Pro-Senectute-Mitarbeiterin, die im Haushalt das Gröbste erledigt, klappt das allerdings sehr gut. «Ich bin meiner Mutter und meinem Bruder mit seiner Familie überaus dankbar, ohne sie wäre ich aufgeschmissen.»

Katrin Volken arbeitet zu 70 Prozent als Bürofachfrau. Eine körperliche Tätigkeit ist undenkbar. Zurzeit macht sie eine Weiterbildung als Fachberaterin für holistische Gesundheit bei der Akademie der Naturheilkunde. Die Weiterbildung möchte sie später nutzen, um auf ihrer Homepage professionelle Beratungen anzubieten. Für Aussenstehende und Familienmitglieder ist die Krankheit schwer zu begreifen. In der einen Minute geht der Betroffene scheinbar mühelos, und in der nächsten Minute scheint jeder Schritt Schmerzen zu bereiten. «Deshalb möchte ich mit der Standaktion den Schritt nach Aussen wagen und das Verständnis der Mitmenschen fördern.» (res)

www.kunstvolken.ch

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