«Die Sanierung ist unumgänglich»

UNTEREGGEN. Am 30. November entscheiden Untereggens Stimmbürger über einen Baukredit von 707 600 Franken für die Sanierung des Kindergartens «Im Rank». Am Montagabend informierten Schulgemeinde und Architekt über das geplante Vorhaben.

Corina Tobler
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Architekt Michael Fischer informiert im Kindergarten «Im Rank» über die geplanten Sanierungsmassnahmen. (Bild: Corina Tobler)

Architekt Michael Fischer informiert im Kindergarten «Im Rank» über die geplanten Sanierungsmassnahmen. (Bild: Corina Tobler)

Der Kindergarten «Im Rank» muss Ende Monat die Kurve kriegen, damit er weiterhin als solcher genutzt werden kann. Das zweistöckige Gebäude direkt neben dem Gemeindehaus wurde 1977 erbaut und zeigt Altersgebrechen, die den Unterricht erschweren. Diese sind der Grund dafür, dass die Schulgemeinde die laut Schulratspräsidentin Petra Gächter unumgänglich gewordene Sanierung an die Hand genommen hat. 707 600 Franken soll die Sanierung kosten, über welche die Stimmbürger am 30. November entscheiden.

Rätseln über geringes Interesse

Am Montagabend lud die Schulgemeinde zur Infoveranstaltung im Kindergarten. Das Interesse war allerdings minim – gerade mal sechs Anwesende sind nicht ins Projekt involviert. «Mit so wenig Leuten haben wir nicht gerechnet. Ich hoffe, das bedeutet, dass die Abstimmungsunterlagen sehr klar sind», kommentierte Petra Gächter einleitend. Schulrat Heinz Ihasz, verantwortlich für die Liegenschaften, veranschaulichte dann die aktuellen Probleme im Kindergarten. «Die Heizung steigt ständig aus. Die Dachfenster tropfen, und ihre Rollläden funktionieren nicht mehr oder fehlen. Allgemein sind die Fenster und Türen undicht, zudem ist das Dach schlecht gedämmt.» All dies, das betonten alle Redner, mache eine Sanierung dringend. Die geplanten Massnahmen würden mit haushälterischen Mitteln sehr viel aus dem Gebäude herausholen und es für 30 bis 40 Jahre fit machen.

«Anders als in anderen Gemeinden entspricht der Kindergarten trotz seines Alters den Platzbedürfnissen der heutigen Unterrichtsformen», so Petra Gächter. Das bedeutet, dass die im Frühling gebildete Baukommission ein Projekt erarbeiten konnte, das die Grundstruktur des Kindergartens erhält. Welche Veränderungen geplant sind, erläuterte Architekt Michael Fischer von der Fischer bm AG in St. Gallen bei einem Rundgang durchs Gebäude.

Aus Büro wird Gruppenraum

«Innen war die Frage der Raumnutzung entscheidend. So fehlt heute Stauraum. Gleichzeitig wird der Eingang ins Untergeschoss wenig genutzt. Daher planen wir anstelle des Eingangs einen Lagerraum einzurichten», so Fischer. An den Lagerraum schliesst sich der heutige Putzraum mit den Elektroanlagen an. «Die Heizverteilung wird ersetzt, ebenso erneuern wir sämtliche Starkstrominstallationen, die Beleuchtung und die Sanitäranlagen. Im Putzraum werden zudem die Anschlüsse für ein behindertengerechtes WC vorbereitet», sagte der Architekt. Auch im Erdgeschoss wird umgebaut; das bisherige Büro der Kindergärtnerin mit Küche weicht einem Gruppenraum, der heute fehlt. «Dafür bauen wir auf der Galerie ein kleines Büro ein. Zudem erneuern wir den Innenausbau, weil die Einrichtung nach 37 Jahren abgenutzt ist, und wir sichern die Galerien entsprechend den neuen Vorschriften», vervollständigte Fischer den geplanten Massnahmenkatalog für die Innenräume.

Ganze Aussenhülle wird neu

Zweiter Schwerpunkt der Sanierung ist die Aussenhülle, die energetisch in einem schlechten Zustand ist. «Heute baut man in Dächern eine 20 bis 24 Zentimeter dicke Dämmung ein, damals wurden nur sechs Zentimeter eingebaut, so dass die Wärme schnell verpufft. Weil das Eternitdach Asbest enthält, macht es Sinn, dieses auch gleich zu ersetzen – genauso wie es sinnvoll ist, die Aussenfassade ebenfalls gleich zu erneuern, wenn das Dach und alle Fenster ersetzt werden», begründet Fischer das Massnahmenpaket.

Petra Gächter insistierte, der Zeitpunkt für die Sanierung sei nicht nur der Schülerzahlen wegen optimal (siehe Zweittext), sondern auch wegen der tiefen Hypothekarzinsen. Sie geht von einem Ja zum Baukredit aus. «Wir stehen voll hinter dem Projekt, es holt das Optimum heraus. Zudem: Ein Nein würde uns zu notdürftigen Massnahmen zwingen, die aber auch Kosten im fünfstelligen Bereich verursachen würden.»