Die Ruhe vor dem Ameisenhaufen

ST.GALLEN. Der Rohbau steht, das Projekt ist auf Kurs. Gestern wurde im neuen Naturmuseum beim Botanischen Garten das Aufrichtefest gefeiert. Noch ist die Baustelle überschaubar, aber spätestens im Frühling wird ein Gewusel herrschen.

Roger Berhalter
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120 Tonnen Stahl: Auf der Baustelle des Naturmuseums verbinden derzeit Schweisser die einzelnen Teile der gigantischen Stahlträger zu einem Ganzen. (Bilder: Ralph Ribi)

120 Tonnen Stahl: Auf der Baustelle des Naturmuseums verbinden derzeit Schweisser die einzelnen Teile der gigantischen Stahlträger zu einem Ganzen. (Bilder: Ralph Ribi)

Noch geht es im Naturmuseum eher ruhig zu und her. Im obersten Stock des Rohbaus stehen Schweisser auf Hebebühnen und verschmelzen die einzelnen Teile der gigantischen Stahlträger zu einem Ganzen. «Sie sehen hier insgesamt hundertzwanzig Tonnen Stahl», sagt Projektleiterin Helena Fehr vom städtischen Hochbauamt, als sie Medienvertreter an diesem Freitagmorgen durch die Baustelle führt.

Der Zeitplan stimmt

Das Naturmuseum nimmt Formen an. Noch fehlt zwar das Dach und die markanten, transparenten Aufbauten, die viel Tageslicht ins Museum bringen sollen. Aber der Zeitplan stimmt. «Wir sind gut auf Kurs», sagt Helena Fehr. Von den rund 40 Millionen Franken, die das neue Museum kostet, seien schon fast 11 Millionen ausgegeben, also rund ein Viertel. Das Aufrichtefest wurde gestern pünktlich vor den Sommerferien gefeiert.

Ein Relief in 50 Teilen

Eindrücklich präsentiert sich schon jetzt das geräumige Foyer, wo dereinst Tierpräparate und Bilder an den Wänden hängen werden und eine lange Theke die Besucher begrüsst. Noch sieht man die Stahlträger, auf denen das Gebäude ruht. Bald werden sie hinter hellem Gips verborgen sein, denn neutrale Wände sollen die Ausstellung in den Vordergrund rücken. Das Herzstück des neuen Museums fehlt ebenfalls noch. Das 40 Quadratmeter grosse Landschaftsrelief – das grösste seiner Art in der Schweiz – dürfte im kommenden Frühling nach St. Gallen kommen. Es stellt die Kantone St. Gallen und beide Appenzell dar, wird in 50 Teilen angeliefert und vor Ort zusammengefügt. Allein diese Arbeit dürfte Monate dauern, wie Museumsdirektor Toni Bürgin sagt.

Mehr als nur ein Museum

Die Planung des Grossprojekts ist komplex. Projektleiterin Helena Fehr spricht von 15 Teams aus verschiedenen Disziplinen, die beim neuen Naturmuseum mitreden. Es gelte, unterschiedlichste Anforderungen zu erfüllen, denn das Naturmuseum ist nicht einfach nur ein Museum, sondern im Gebäude befinden sich auch ein Bistro, ein Verkaufsladen, Schulungsräume, Werkstätten, Büros und klimatisierte Lagerräume.

Nach den Ferien das Dach

Voraussichtlich im Oktober 2016 wird das Naturmuseum fertig gebaut und eingerichtet sein. «Wir arbeiten im Moment alle auf diesen Termin hin», sagt Helena Fehr. Nach den Sommerferien erhält das Museum ein Dach, ab Oktober beginnt der Innenausbau, und im kommenden Frühling zügeln die ersten Ausstellungsstücke an den neuen Ort. Spätestens dann wird es mit der Ruhe auf der Baustelle vorbei sein. Helena Fehr sagt lachend: «Das wird zu und hergehen wie im Ameisenhaufen.»

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