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Die Ruhe nach dem Sturm

Die Engelburger wehrten sich erfolglos gegen die Errichtung einer Mobilfunkantenne. Der Rekurs kostete Sunrise jedoch viel Zeit, das Bauprojekt muss neu evaluiert werden.
Jonas Manser

ENGELBURG. Bereits Mitte Juni 2013 wurde von Sunrise ein Baugesuch für eine neue Mobilfunkantenne bei der Gemeinde Gaiserwald eingereicht. Es ist eine Antenne auf dem Dach der Liegenschaft an der St. Gallerstrasse 48 vorgesehen (Tagblatt vom 26. November 2015). Die Nutzung von Smartphones nehme stetig zu, das Datenvolumen würde sich jedes Jahr verdoppeln, so die damalige Begründung von Sunrise. Die Anwohner waren jedoch nicht der Meinung, dass Engelburg eine neue Antenne braucht. Viele machten sich Sorgen um ihre Gesundheit.

Einsprache und Rekurs

Der Prozess verzögerte sich: Es gingen über 90 Einsprachen beim Gemeindepräsidenten Boris Tschirky ein, und es wurden zwei Rekurse eingeleitet. Die Einsprache wurde zuerst von der Baukommission der Gemeinde abgelehnt. Daraufhin wurde das Anliegen an die nächste Instanz gebracht. Aber auch beim Kantonalen Baudepartement wurde der Rekurs am 28. Januar 2016 abgelehnt. «Der Entscheid wurde von den Gegnern der Antenne innerhalb der Einsprachefrist nicht angefochten», sagt Ralph Beinder, juristischer Mitarbeiter des Baudepartements des Kantons St. Gallen, auf Anfrage. Sunrise konnte sich am Ende durchsetzen.

Zukunft noch ungewiss

Seit dem Beschluss sind bereits fünf Monate vergangen, und es gibt noch keine Anzeichen einer Antenne. Zum jetzigen Zeitpunkt kann auch Sunrise noch keine Auskünfte zum definitiven Baustart geben. Sie seien noch in der Vorbereitungsphase, sagt Roger Schaller, Mediensprecher von Sunrise. Im Moment würde das Projekt neu evaluiert werden. Da das Baugesuch schon vor drei Jahren eingereicht wurde, müsse jetzt das Bauprogramm angepasst werden. «Die Technologie entwickelt sich rasant. Es wird geklärt, ob das ursprüngliche Bauprojekt noch relevant ist», fügt Schaller hinzu. Auch in der Gemeindeverwaltung Gaiserwald herrscht Ruhe. «Für uns ist die Sache mit dem Beschluss erledigt», sagt Gemeindepräsident Boris Tschirky. Die Bewilligung für den Bau ist für ein Jahr gültig. Diese könne zweimal um ein Jahr verlängert werden. Danach verfalle sie, und der ganze Prozess fange von vorne an, erklärt Tschirky. Ob in Zukunft die Antenne an der St. Gallerstrasse 48 in Engelburg aufgestellt wird oder nicht, liegt zumindest in den nächsten zwei Jahren alleine in den Händen von Sunrise.

Noch mehr Antennen

In Wittenbach herrschen ähnliche Verhältnisse. Im Juni des vergangenen Jahres stiess auch der Mobilfunkanbieter Salt auf Widerstand, als die Firma eine neue Antenne am Kamin der Firm Spühl installieren wollte (Tagblatt vom 24. Juni 2015). Die Bevölkerung reichte elf Einsprachen bei Gemeindepräsident Fredi Widmer ein. Seither ist das Einspracheverfahren immer noch in Gang. Die Errichtung verzögert sich wie in Engelburg. Den Anwohnern des Grüntals in Wittenbach kann es nur Recht sein: «Wir sind um jeden Tag ohne Antenne froh», sagt Theo Kuster, der im vergangenen Jahr eine Interessengemeinschaft gegründet hatte, um dem Bauprojekt Einhalt zu gebieten.

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