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Die Rückkehr der Störche

In der Region nisten Storchenpaare wie bei Buechen neu auch im Horner Wald. Der Bestand nimmt in weiten Teilen der Schweiz wieder zu. Das zeigt ein Vortrag bei Bird Life Goldach.
Fritz Bichsel
Bereits seit einigen Jahren – hier 2011 – nisten Storchenpaare im Naturschutzgebiet Buechsee. (Bild: Rudolf Hirtl)

Bereits seit einigen Jahren – hier 2011 – nisten Storchenpaare im Naturschutzgebiet Buechsee. (Bild: Rudolf Hirtl)

GOLDACH. Der Natur- und Vogelschutzverein Bird Life Goldach lud ins Technische Zentrum Marmorsäge zum Vortrag «Der Weissstorch – ein Stelzvogel im Aufwind». Einige dieser eleganten Vögel bestätigen, dass die Aussage richtig und aktuell ist: Besucher berichten, dass neu ganz in der Nähe – im Horner Wald, auf der anderen Seite der Goldach – Storchenpaare beim Nestbau zu beobachten sind.

Von 0 auf 400

Über diese grossen Zugvögel, den Niedergang ihres Bestandes in der Schweiz und den Wiederaufschwung, informiert ein bekannter Biologe die vierzig Besucher: Matthias Kestenholz, Leiter-Stellvertreter der Schweizer Vogelwarte in Sempach.

Lange ging es abwärts mit den Störchen. Vor gut hundert Jahren waren sie aus unserer Region und dem weiten Bodenseeraum verschwunden. Gegen 1950 brüteten in der ganzen Schweiz keine mehr. 2014 wurden hier wieder fast 400 Paare registriert. Die Gründe für dieses Ab und Auf sind nicht genau bekannt, erklärt der Fachmann. Sicher zur Reduktion beigetragen hätten Trockenlegung von Sumpfwiesen – der bevorzugte Lebensraum der Störche – bei uns, und Bejagung in Afrika, wohin der grössere Teil dieser wärmeliebenden Vögel während unseres Winters zieht. Zur Wiederansiedlung bei uns, auch im Rheintal und im Thurgau, beigetragen habe die von Max Bloesch 1948 im solothurnischen Altreu geschaffene Station mit Störchen aus Nordafrika. Eine Aussenstation dieser Anlage bestand ab 1991 in Mörschwil. Sie dient heute zur Pflege verletzter Greifvögel.

Flaggschiff des Vogelschutzes

Die neu in Horn und seit wenigen Jahren im Naturschutzgebiet Buechsee zwischen Buechen und Buriet nistenden Storchenpaare sind dieses Jahr früh dran. Das muss nicht heissen, dass sie früher aus Afrika zurückkehrten. Immer mehr Störche ziehen nur noch bis nach Südeuropa, wo sie auf Abfalldeponien Futter finden. Einzelne bleiben auch im Winter hier.

Matthias Kestenholz berichtet, dass die Wiederanlage von Feuchtwiesen den Bestand in der Schweiz fördert. Der Storch als Sympathieträger sei das «Flaggschiff des Vogelschutzes». Wenn es um diesen nicht nur für Ornithologen faszinierenden Vogel gehe, seien Massnahmen zur Verbesserung des Lebensraums einfacher umzusetzen. Das komme dann weiteren Tierarten zugute, so zum Beispiel Schlangen.

Menschen können dem Storch wie mit Sumpfwiesen auch helfen, indem sie Plattformen für Nester schaffen oder nach dem Baumschnitt Äste als Nistmaterial in der Natur belassen. Füttern ist hingegen nicht nötig. Mäuse, Amphibien und Fische als Hauptnahrung gibt es bei uns genügend für noch weit mehr Störche. Wie viele es werden könnten, lässt sich nach Auskunft des Fachmanns von der Vogelwarte nicht berechnen. Weissstörche beanspruchen kein Revier, können nahe beieinander leben und fühlen sich auch direkt neben Menschen wohl.

Matthias Kestenholz Biologe, Leiter-Stellvertreter Vogelwarte Sempach (Bild: fbi.)

Matthias Kestenholz Biologe, Leiter-Stellvertreter Vogelwarte Sempach (Bild: fbi.)

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