Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Die «problematische» Bibliothek in der Hauptpost

Provisorium Die Bibliothek Hauptpost, ein Provisorium der Kantons- und Stadtbibliothek St. Gallen, gibt es seit drei Jahren. Wie sich an den Zahlen ablesen lässt, handelt es sich um eine Erfolgsgeschichte. Die Ausleihen aus der Kantonsbibliothek haben sich seit der Eröffnung verdoppelt. Jene aus der Stadtbibliothek sind um 25 Prozent angestiegen. Trotz des Erfolgs wird die Bibliothek Hauptpost in einer aktuellen Medienmitteilung des Kantons als «problematisch» bezeichnet.

Das Problem mit den Standorten

Kantonsbibliothekarin Sonia Abun-Nasr erklärt auf Anfrage: «Die Bibliothek, wie sie heute funktioniert, basiert auf provisorischen Strukturen.» Mit der Eröffnung der Bibliothek Hauptpost sei erst ein Teil der Probleme gelöst. Zwar habe man seither einiges erreicht: Die Kantonsbibliothek verfügt erstmals über einen Freihandbestand. Die Besucherinnen und Besucher schätzen den zentralen Standort, die hellen Räume, das breite Medienangebot und das Café St. Gall. Und doch weist das heutige System laut Abun-Nasr offensichtliche Schwächen auf. Ein Problem seien die drei Standorte, auf die sich Kantons- und Stadtbibliothek verteilen: die Bibliothek Hauptpost, die Kinder- und Jugendbibliothek Katharinen und die Vadiana an der Notkerstrasse. Hinzu kommt als vierter Standort ein Depot an der Schuppis­strasse im Osten der Stadt. Die räumliche Trennung habe Auswirkungen auf die bibliothekarische Arbeit: «Sie führt zu zahlreichen Kurierfahrten und zu einem grossen betrieblichen Aufwand.»

Auch für die Besucher sei die Situation mit verschiedenen Standorten unbefriedigend, sagt Sonia Abun-Nasr und gibt zwei Beispiele: Eltern, die ihre Kinder in die Stadtbibliothek Katharinen begleiten, finden dort für sich selber keinen Lesestoff. Und Besucher, die sich in der Vadiana für die wissenschaftlichen Spezialbestände interessieren und diese vor Ort studieren, können dort keine Sekundärliteratur ausleihen. Dafür müssen sie in die Bibliothek Hauptpost wechseln. «Es ist manchmal komplex für unsere Nutzer, wo sie was finden.»

Doppelspurigkeiten und Zusatzaufwand

Nicht nur die Standorte machen den Betrieb kompliziert. Hinzu kommt gemäss Abun-Nasr, dass mit Stadt- und Kantonsbibliothek zwei Betriebe involviert sind. Bibliotheksbesucher, die am Tresen ein Buch verlangen, sollen davon zwar nichts mitbekommen. Doch hinter den Kulissen funktionieren die beiden Bibliotheken getrennt. Sowohl die Stadt- als auch die Kantonsbibliothek haben eigene Mitarbeiter angestellt, schaffen eigene Medien an und katalogisieren diese unabhängig voneinander. Die Abstimmungsprozesse seien schwierig, der betriebliche Aufwand gross, sagt die Kantonsbibliothekarin. Die Idee sei, dass in einer neuen Bibliothek nicht nur die Bestände zusammengeführt werden, sondern auch die beiden Bibliotheken fusionieren. Doppelspurigkeiten und überflüssige Prozesse hätten damit ein Ende.

Abun-Nasr träumt von einer Bibliothek an einem zentralen Standort, die nach dem Konzept der «Public Library» realisiert wird. Es handelt sich dabei um eine Bibliothek, in den Kinder- und Jugendmedien, Medien für Unterhaltung, Belletristik, Sachbücher und wissenschaftliche Literatur unter einem Dach zu finden sind. Und um eine, in der es genug Platz für Veranstaltungen gibt. Eine «lebendige Bibliothek» solle es werden.

Christina Weder

christina.weder@tagblatt.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.