Die Post passt ihr Filialnetz an

Das Poststellennetz in der Stadt St. Gallen wird überarbeitet: Die Filiale Heiligkreuz wird geschlossen, drei Poststellen werden durch Agenturen ersetzt, zwei weitere angepasst. Die Stadt sieht darin keine Verschlechterung der Postversorgung.

David Gadze
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Die Post krempelt ihr Filialnetz in der Stadt St. Gallen um: Von den elf Poststellen auf Stadtgebiet (ohne die Agentur im Kantonsspital) wird eine aufgehoben, drei werden zu Postagenturen umgewandelt und zwei zu «Poststellen mit neuem Auftritt». Die Anpassungen begründet die Post mit einer rückläufigen Nutzung bei den Dienstleistungen, dem baulichen Zustand einzelner Poststellen sowie wirtschaftlichen Überlegungen.

Post Heiligkreuz verschwindet

Die Post Heiligkreuz wird Anfang Juli ersatzlos geschlossen (Text unten). «Das ist vertretbar», sagt Erich Schmid, Medienverantwortlicher der Post Ostschweiz. Die nächste Poststelle an der Langgasse sei weniger als einen Kilometer entfernt und liege an derselben Verkehrsachse. Zudem sei die Nachfrage auch in der Poststelle Heiligkreuz in den letzten Jahren zurückgegangen.

Die Poststellen St. Fiden, St. Georgen und Riethüsli werden durch Agenturen ersetzt. Dabei übernehmen in der Regel Quartierläden einen Teil der Postdienstleistungen. Noch offen ist, wann die Umwandlungen vorgenommen und wo sich die Agenturen befinden werden. Das hänge von den möglichen Partnern ab, sagt Schmid.

Klar ist, dass das Angebot in den Agenturen gestrafft wird: Kontoeröffnungen werden nicht mehr möglich sein, Einzahlungen nur noch bargeldlos, dafür auch mit Maestro-Karten. «Das hat mit dem Geldwäschereigesetz zu tun und den zusätzlichen Sicherheitsanforderungen, die wir unseren Partnern nicht zumuten können.»

Zieht die Hauptpost aus?

Einiges ist bei der Hauptpost und der Filiale Lachen unklar. Sie werden zu «Poststellen mit neuem Auftritt» und offenen Schaltern umgewandelt. Ob sie am bisherigen Standort bleiben, sei noch nicht entschieden, sagt Schmid. «Ich kann nicht ausschliessen, dass sie an einen anderen Ort in der Nähe kommen. Das gilt auch für die Hauptpost.»

Ob in den beiden Poststellen auch danach das komplette Dienstleistungsangebot bestehen bleiben wird oder ob beispielsweise Einzahlungen mit Bargeld, wie in den Agenturen, gestrichen werden, müsse nach der Umsetzung beurteilt werden. Das hänge mit der Grösse des allfälligen neuen Standortes sowie mit der Nähe zur nächsten Poststelle und dem dortigen Angebot zusammen. «Für die Sicherheit im Geldverkehr braucht es in einem solchen Fall zusätzliche Investitionen.»

Dass die Änderungen gerade für ältere Personen eine grosse Umstellung bedeuten, ist der Post bewusst. «Das Personal in den Agenturen kann sie unterstützen. Wir wissen aus Erfahrung, dass das funktioniert», sagt Schmid.

Für Geschäftskunden entstehen im Gebiet Bahnhof/Zentrum und im Osten zwei unbediente Schalter für den Postversand.

Stadt: «Keine Verschlechterung»

Die Anpassungen wurden mit der Stadt erarbeitet. So zitiert die Post in einem gestern verschickten Communiqué den Stadtpräsidenten Thomas Scheitlin: «Die Reorganisationsabsichten der Post verschlechtern die postalische Versorgung in der Stadt nicht – und das ist entscheidend.»