Die nächste Bauwelle baut sich auf

2015 hat die Stadt mit der Neugestaltung des Bahnhofplatzes und der Sanierung der Gassen in der nördlichen Altstadt begonnen. Auch das Fernwärme- und das Glasfasernetz befinden sich im Ausbau. Die ganz grossen Bauvorhaben planen derzeit der Bund und der Kanton in der Stadt.

Daniel Wirth
Drucken
Teilen
Der Bahnhofplatz wird neu gestaltet: Im Oktober verlegten Bauarbeiter beim Rathaus neue Schienen für das Trassee der Appenzeller Bahnen (AB). (Bild: Urs Bucher)

Der Bahnhofplatz wird neu gestaltet: Im Oktober verlegten Bauarbeiter beim Rathaus neue Schienen für das Trassee der Appenzeller Bahnen (AB). (Bild: Urs Bucher)

Der Bahnhofplatz hat sich im Frühling dieses Jahres in eine Grossbaustelle verwandelt; die Vorbereitungsarbeiten waren bereits 2014 angelaufen. Gegenwärtig wird am Platz, über den täglich mehrere zehntausend Personen gehen, das umgesetzt, wozu die Stimmberechtigten der Stadt im Sommer 2013 Ja sagten: Er wird für knapp 40 Millionen Franken neu gestaltet. Die Stadt investierte 2015 weiter in ihre Infrastruktur. Das Stadtparlament sagte Ja zur Sanierung von Gassen in der nördlichen Altstadt. In der Goliathgasse haben die Arbeiten begonnen, in der Neugasse wurde ebenfalls gebaggert und gepflastert, als nächstes sollen die Spiser- und ein Teil der Kugelgasse an die Reihe kommen. Der Sanierung der Altstadtgassen liegt ein Gesamtkonzept zugrunde, das jetzt und in Zukunft Schritt für Schritt umgesetzt werden soll.

Zeitweise über 50 Baustellen

Diesen Sommer war die Stadt zeitweise eine einzige grosse Baustelle. Scheinbar fast überall wurde der Asphalt aufgerissen und wurden Leitungen verlegt für den Ausbau des Glasfaser- und des Fernwärmenetzes. Als nächster Schritt sollen die Hallen der Olma Messen ans Fernwärmenetz angeschlossen werden. Und in den vergangenen Tagen gab die Stadt bekannt, dass Anfang 2016 mit dem Bau der Fernwärmezentrale Waldau für zehn Millionen Franken begonnen werden könne, nachdem eine Einsprache den Baubeginn um rund drei Jahre verzögert hatte.

An der Haggenstrasse 45 sollen in rund zwei Jahren die Sozialen Dienste St. Gallen (SDS) einziehen. Das Stadtparlament sprach im Februar dieses Jahres einen Projektierungskredit über 439 000 Franken. Bis Mitte 2016 soll ein Umbauprojekt vorliegen.

Grosses ist in der Pipeline

Doch nicht nur die Stadt investiert in ihre bauliche Entwicklung – auch die Olma Messen haben Grosses vor: Sie wollen die Autobahn A1 beim Ostportal des Rosenbergtunnels überdachen und auf dem Autobahndeckel eine neue Halle 1 bauen. Die Kosten für den Deckel werden in einer frühen Phase auf 25 Millionen Franken geschätzt. Das Bundesamt für Strassen (Astra) hat den Olma Messen die technische Machbarkeit im November bejaht. Umgesetzt werden soll das Ganze ab 2019 mit der geplanten Sanierung der Stadtautobahn. Vom Bau einer neuen grossen Olma-Halle würde die Kongressstadt St. Gallen profitieren. – Mit der Universität hat die Stadt eine Einrichtung mit Strahlkraft über die Landesgrenzen hinaus. Doch die HSG platzt aus allen Nähten.

Zweiter Campus beim Platztor

Das Stadtparlament hat dem Verkauf von 6680 Quadratmeter Land beim Platztor für zehn Millionen Franken an den Kanton zugestimmt und sich im Gegenzug ein Vorkaufsrecht am Güterbahnhof-Areal gesichert. Das gesamte Gebiet Bahnhof Nord will der Stadtrat in einem partizipativen Verfahren mit der Bevölkerung entwickeln. Der Prozess hat im laufenden Jahr begonnen. Die Stadt hatte im März das Spanische Klubhaus und die angrenzenden Liegenschaften erworben. Der Kanton arbeitet derweil an den Plänen für einen zweiten Campus der Universität beim Platztor. Über den Baukredit muss das Stimmvolk des Kantons aber zuerst noch abstimmen. Wann, ist noch offen.

Neue Spitalbauten, dritte Röhre

Bereits Ja gesagt haben die Stimmberechtigten zu einer Sammelvorlage zu Erneuerung der Kantonsspitäler. Auf dem Platz St. Gallen werden die Häuser 07A und 07B an der Rorschacher Strasse neu gebaut. Kosten: Rund 400 Millionen Franken. Erste Arbeiten wurden vom Kanton vergeben. Baubeginn ist 2016. Beim Kantonsspital wird für 190 Millionen Franken auch ein neues Ostschweizer Kinderspital (Kispi) entstehen.

Der Bund, der Kanton und die Stadt St. Gallen wollen zur Engpassbeseitigung eine dritte A1-Röhre durch den Rosenberg bohren. Geschätzte Kosten des Jahrhundertprojekts: 530 Millionen Franken. In diesem Zusammenhang ist auch eine unterirdische A1-Teilspange via Güterbahnhof hinauf zur Liebegg an der Kantonsgrenze zu Appenzell Ausserrhoden geplant. Geschätzte Kosten: 375 Millionen Franken. Die Bauwelle ebbt sicher nicht ab.

? BILDER DES JAHRES 2015 28

? VERMISCHTES ST. GALLEN 2015 29

Aktuelle Nachrichten