Die meisten Pilze mögen es feucht

Die Pilzsaison ist schon länger angelaufen. Doch die Pilze schiessen dieses Jahr längst nicht so zahlreich aus dem Boden wie im Vorjahr. Grund dafür sei das trockene Wetter, sagt Hanspeter Schumacher von der Pilzkontrollstelle im Botanischen Garten.

Drucken
Hanspeter Schumacher Leiter des Botanischen Gartens St. Gallen und Pilzexperte (Bild: Urs Bucher)

Hanspeter Schumacher Leiter des Botanischen Gartens St. Gallen und Pilzexperte (Bild: Urs Bucher)

Die Pilzsaison ist schon länger angelaufen. Doch die Pilze schiessen dieses Jahr längst nicht so zahlreich aus dem Boden wie im Vorjahr. Grund dafür sei das trockene Wetter, sagt Hanspeter Schumacher von der Pilzkontrollstelle im Botanischen Garten.

Im Frühsommer beklagten sich Bauern, die Vegetation hinke hinterher. Sind auch die Pilze verspätet?

Ja. Das hat mit der ausgedehnten Trockenheit im August und September zu tun. Eine Mehrheit der Pilze mag es feucht. Letztes Jahr war aber ein ausgesprochen gutes Pilzjahr, noch nie sind so viele Leute zu uns in die Pilzkontrolle gekommen.

Wie viele waren es denn?

Wir haben die Pilze von 431 Personen kontrolliert. Zum Vergleich: 2011 waren es 324 Personen, 2010 379 und 2009 248. In diesen Zahlen spiegelt sich das Pilzjahr recht gut.

Dieses Jahr erwarten Sie ein Rekordtief?

Wir haben jeden Tag Leute, aber nicht ganze Kolonnen wie letztes Jahr. Ich gehe davon aus, dass es etwas über 200 Personen sein werden. Aber es ist ja erst Mitte September. Vielleicht stehen die Leute bei uns ja während der Herbstferien Schlange.

Allzu viel Zeit bleibt aber nicht mehr. Die Saison endet doch meist mit dem ersten Frost im Oktober.

Das stimmt. Kommen die ersten Frostnächte, wachsen die Pilze nicht mehr. Wir haben aber auch schon im Dezember Kontrollen durchgeführt.

Welche Pilze trotzen dem momentanen Wetter am besten?

Die Leute bringen uns auffällig viele Wiesenchampignons. Sie treten vor allem in trockenen Jahren auf. Aber auch Flockenstielige Hexenröhrlinge, Steinpilze, Reizker und Täublinge sehen wir in den Kontrollen.

Bringen die Leute auch ungeniessbare Pilze?

Ja, momentan viele Schönfussröhrlinge. Die würden mit ihren Bitterstoffen jedes Gericht verderben. Die Leute verwechseln sie gerne mit Steinpilzen. Der Schönfussröhrling hat aber einen gelb-roten Stiel, der Steinpilz einen weisslichen.

Haben Sie dieses Jahr schon giftige Pilze aussortiert?

Ja, leicht giftige Rettichhelmlinge. Tödlich giftigen Knollenblätterpilze brachte noch niemand. Letztes Jahr sahen wir sie immer mal wieder. (jhe)