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Die Meinungen gehen diametral auseinander

Reaktionen «Eine Herabsetzung des Tempos bedeutet weniger Lärm», sagt Doris Königer, ­Co-Präsidentin der Sektion St. Gallen-Appenzell des Verkehrs-Clubs der Schweiz (VCS) und SP-Stadtparlamentarierin. Der Inhalt des Vorstosses von Gregor Rutz und die Haltung der bürgerlichen Mehrheit der nationalrätlichen Verkehrskommission seien «undifferenziert». Denn Lärm sei gesundheitsschädigend und müsse als Grund für Temporeduktionen anerkannt werden. Königer verweist auf eine Interpellation, die Ruedi Blumer, Co-Präsident der regionalen VCS-Sektion und SP-Kantonsrat, im St. Galler Kantonsparlament im September eingereicht hat. Demnach ist in der Stadt St. Gallen erst eines von 19 vorgesehenen Projekten zur Lärmsanierung gemäss der Lärmschutzverordnung des Bundes abgeschlossen worden. Dabei dauere die Frist bis zur Umsetzung nur noch bis März 2018. Der Bund verlange Massnahmen an der Quelle. Das bedeutet gemäss Blumer drei ­Dinge: Geschwindigkeitsbeschränkungen (z. B. Tempo 30), Verkehrsberuhigungsmassnahmen oder den Einbau sogenannter Flüsterbeläge. Letztere gehören für Königer allerdings in die ­Kategorie «Zukunftsvisionen».

Auch aus Gründen der Sicherheit könne Tempo 30 auf Hauptstrassen in Städten nicht vom Bund kategorisch abgelehnt werden, ist Doris Königer überzeugt. In der Stadt St. Gallen gebe es Schulhäuser und Spitalbauten an Hauptstrassen. Hier dürfte ihrer Meinung nach sehr wohl Tempo 30 gelten, sagt Königer. Als Beispiel nennt sie die Rorschacher Strasse auf Höhe Kantons- und Bürgerspital. «Hier bewegen sich Menschen mit Rollatoren oder anderen Gehhilfen; hier wäre Tempo 30 aus Sicherheitsgründen angezeigt», sagt Königer.

TCS-Präsident sagt: «Geht gar nicht auf Hauptstrassen»

Ganz anderer Meinung ist Luigi R. Rossi, Präsident der Sektion St. Gallen-Appenzell Innerrhoden des Touringclubs der Schweiz (TCS). Tempo 30 sei auf Strassen in Quartieren sinnvoll, sagt er. Auf Hauptverkehrsachsen müssten der motorisierte Individualverkehr (MIV) und der öffentliche Verkehr (ÖV) gleichermassen ­zügig vorankommen. Rossi und der TCS lehnen Tempo 30 auf Hauptstrassen in Städten ab.

Doris Königer und der regionale VCS dagegen sind «schockiert» über die Haltung der bürgerlichen Mehrheit der Nationalratskommission: «In den Städten geht es schliesslich um Koexistenz und auch um den Schutz der Schwachen.» Komme der Vorstoss von Rutz durch, müssten in der Stadt Tempo-30-Zonen aufgehoben werden, befürchtet Königer. Sie widerspricht auch Luigi R. Rossi, wonach Tempo 30 den Verkehrsfluss hindere. (dwi)

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