Die letzten Sirenen werden ersetzt

In der Stadt St. Gallen sorgen 35 Sirenen bei Gefahrensituationen für die Alarmierung der Bevölkerung. Die Sirenen müssen nun ersetzt werden. Neu kann die Alarmierung auf verschiedene Arten ausgelöst werden.

Alessia Pagani
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Alle 35 alten Motorsirenen auf städtischem Boden werden ersetzt. (Bild: Urs Bucher)

Alle 35 alten Motorsirenen auf städtischem Boden werden ersetzt. (Bild: Urs Bucher)

Zivilschutzsirenen machen die Bevölkerung auf eine bestehende oder drohende Gefahr aufmerksam. Auf dem städtischen Gebiet sind 35 solcher Sirenen installiert. Diese werden nun im Rahmen des gesamtschweizerischen Projekts Polyalert ersetzt, nachdem die Swisscom die Auslösung über ihr Sicherheitsnetz gekündigt hat. Dabei weichen die alten Motorsirenen elektronischen Sirenen. Bis anhin wurden in der Stadt 27 dieser Anlagen ausgetauscht. In den kommenden Tagen folgen weitere. Am Donnerstag werden an vier schwer zugänglichen Standorten die Sirenen mit einem Helikopter installiert.

Neues System

Die alten und zu ersetzenden Sirenen stammen laut Daniel Schumacher von der Direktion Soziales und Sicherheit St. Gallen aus den 1980er-Jahren. Nach und nach hat der Bund in verschiedenen Kantonen diese Ersatzmassnahme vorgenommen.

Polyalert und die neuen elektronischen Sirenen unterscheiden sich im wesentlichen durch ein redundantes System von den Motorsirenen. Die Alarmierung kann auf verschiedene Arten ausgelöst werden, wie Schumacher erklärt. Zum einen über das Sicherheitsfunknetz Polycom und zum anderen via Mobiltelefonnetz und über das Radio Data System. Und die Sirenen können nach wie vor von Hand ausgelöst werden. Dies soll gemäss Internetseite des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz sicherstellen, dass auch bei einem Ausfall von einzelnen Systemkomponenten eine Alarmierung sichergestellt bleibt.

Immer überprüfbar

Das neue System hat noch einen weiteren besonderen Vorteil, wie Peter Müller, Leiter Zivilschutz des kantonalen Amtes für Militär und Zivilschutz, sagt: Das System beziehungsweise der Funk könne mit stummen Alarmen jederzeit überprüft werden. «Die alten Sirenen konnten nur eingeschränkt überwacht werden.» Neu erfolge die Auslösung der Sirenen durch die kantonale Notrufzentrale. «Damit ist eine jederzeitige Auslösung sichergestellt», sagt Müller.

Zwei Millionen Franken

Auf dem gesamten Gebiet des Kantons St. Gallen stehen insgesamt 230 solcher Zivilschutzsirenen. Für das ganze Projekt muss mit Kosten von zwei Millionen Franken gerechnet werden, sagt Müller. Der Ersatz der Sirenen auf städtischem Boden kostet rund 326 000 Franken. Für die Herstellung der Sirenen auf städtischem Boden ist die Firma Kockum Sonics aus Dübendorf zuständig.

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