Die Lachen im Umbruch

ST.GALLEN. Das Quartier Lachen verändert sein Gesicht. Viele Häuser werden renoviert, andere verschwinden und werden durch Neubauten ersetzt. Die Verdichtung wird noch weiter gehen.

David Gadze
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Wohin man blickt, wird gebaut und renoviert. Häuser verschwinden und werden durch neue ersetzt. Die Lachen, eines der am dichtesten besiedelten Quartiere der Stadt St. Gallen, ist seit einiger Zeit im Umbruch. Einige neue Überbauungen sind bereits fertiggestellt, weitere werden bald folgen.

Neubauten überall

An der Ulmenstrasse, wenige Meter hinter der Quartier-Migros, wurden Ende 2011 zwei fünfstöckige Wohn- und Gewerbehäuser mit insgesamt 22 Wohnungen fertiggestellt. Auch entlang der Zürcher Strasse hat es bauliche Veränderungen gegeben: Die Primarschule Schönenwegen hat einen Neubau erhalten, direkt gegenüber wurde ein älteres Wohn- und Gewerbehaus vor rund vier Jahren abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt. Gleich dahinter, parallel zur Schibistrasse, wurden zwei neue Wohnhäuser errichtet. An der Ecke Isenringweg/Waldaustrasse wurden vor rund eineinhalb Jahren zwei neue Häuser mit 20 Mietwohnungen fertiggestellt. Und auch im Sömmerli hat sich das Erscheinungsbild des Quartiers verändert: Wo einst vier Einfamilienhäuser aus der Nachkriegszeit standen, konnten Ende des vergangenen Jahres vier neue Mehrfamilienhäuser bezogen werden.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Projekte, die bereits bewilligt sind oder sich im Bewilligungsverfahren befinden. Demnächst beginnen die Bauarbeiten an der Gerbestrasse. Fünf Wohnhäuser sind dort abgerissen worden, an ihrer Stelle wird eine Überbauung der Pensionskasse mit vier Wohnblöcken und insgesamt 47 Wohnungen entstehen. Auch das Haus an der Föhrenstrasse 8 muss einem Neubau weichen. Dieser wird aus zwei Gebäudeteilen bestehen und neun Wohnungen enthalten. Und auch an der Ecke Sömmerlistrasse/Schönaustrasse werden in absehbarer Zeit die Bagger auffahren. Dort sind ebenfalls zwei neue Mehrfamilienhäuser mit je zehn Wohnungen geplant. Visiere stehen auch an der Zürcher Strasse 76. Die Liegenschaft soll abgerissen und durch ein neues Mehrfamilienhaus ersetzt werden.

Fernwärmezentrale bewilligt

Für die Stadt von Bedeutung ist der alte Werkhof neben dem Waldaupärkli. Dort soll die erste von mehreren Fernwärmezentralen für das Geothermiekraftwerk entstehen. Die Baubewilligung wurde bereits erteilt, noch ist aber ein Rekurs dagegen hängig. Das elf Meter hohe Gebäude wird auch dem Quartier zugute kommen: Der Platz davor wird asphaltiert und kann später fürs traditionelle Waldaupärklifest genutzt werden. Im Gebäude selbst wird ein Raum errichtet, der dem Quartierverein und anderen Organisationen zur Verfügung stehen wird.

Verkehr als Knackpunkt

Ein weiteres wichtiges Bauprojekt betrifft die Umnutzung des Köppel-Areals. Dort sind ein Neubau mit 57 Wohneinheiten sowie eine neue Filiale für die Migros geplant. Knackpunkt ist hier der Mehrverkehr. Im ersten Baugesuch fehlte ein Verkehrskonzept, was zu Einsprachen geführt hatte. Dieses wurde inzwischen nachgereicht, konnte viele Anstösser aber dennoch nicht überzeugen. Es wird befürchtet, dass die Zu- und Wegfahrten in den angrenzenden Strassen zu erheblichem Mehrverkehr führen könnten.

Die Lachen enthält ausserdem zahlreiche Flächen, die als Bauerwartungsland gelten. Etwa die Gärtnerei Ansorge an der Rosenfeldstrasse, das Areal an der Föhrenstrasse, die alte Seifenfabrik an der Dürrenmattstrasse, die beiden Holzhäuser an der Metallstrasse oder der Garten neben der Liegenschaft Dürrenmattstrasse 14. Auch im städtischen Richtplan, der die Lachen als «planerisches Intensivgebiet» klassifiziert, ist ein Teil des Quartiers – auch südlich der Zürcher Strasse – als «Verdichtungsgebiet» markiert.

All diese Veränderungen werten das Quartier zwar auf, bringen aber auch Schwierigkeiten mit sich. Viele Quartierbewohner, deren Häuser durch Neubauten ersetzt werden, müssen ihre Wohnungen verlassen, weil sie sich die höheren Mietzinse nicht leisten können. Und der Verkehr rund um die Zürcher Strasse dürfte die Lachen vor weitere Herausforderungen stellen.