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«Die Kühe haben es auch genossen»

Der Freilaufstall mit Melkroboter war eine Attraktion. Auch der Mörschwiler Heini Stricker, der seine 33 Kühe zur Verfügung gestellt hat, ist begeistert. Die Tiere hätten die Aufmerksamkeit richtig ausgekostet.
Corinne Allenspach
Anstehen vor dem Melkroboter und gleichzeitig posieren für die Besucher. Für Esther und Heini Strickers Kühe aus Mörschwil war der Laufstall an der Olma temporäres Daheim. (Bild: Ralph Ribi (12. Oktober 2016))

Anstehen vor dem Melkroboter und gleichzeitig posieren für die Besucher. Für Esther und Heini Strickers Kühe aus Mörschwil war der Laufstall an der Olma temporäres Daheim. (Bild: Ralph Ribi (12. Oktober 2016))

Erstmals war an der Olma ein Freilaufstall mit Melkroboter zu sehen. Heini Stricker, dem die Kühe gehören, erklärte den Besuchern die Besonderheiten dieser Tierhaltung und beantwortete unzählige Fragen. Wieder daheim, ist der Mörschwiler total heiser – und ebenso fasziniert.

Heini Stricker, seit Sonntagabend sind Sie und Ihre Kühe wieder daheim im Stall in Mörschwil. Wie geht es allen?

Eigentlich recht gut. Meine Stimme ist zwar immer noch sehr angeschlagen. Das tägliche Kommentieren an der Olma war einfach zu viel. Aber was die Gesundheit der Tiere betrifft, ziehe ich eine rundum positive Bilanz. Auch der Transport mit dem Lastwagen verlief problemlos.

Haben sich Ihre Kühe an der Olma anders verhalten als daheim?

Ja, ich hatte das Gefühl, sie haben es auch genossen. Die Aufmerksamkeit, von vielen Besuchern gekrault und gestreichelt zu werden, das mögen sie. Und vor dem Gang in den Melkroboter haben es einige Tiere jeweils richtig ausgekostet und ein paar Minuten vor der Maschine gewartet, weil sie gemerkt haben, dass man von ihnen redet.

Sie waren ganz zuhinterst in der Halle 1 im Freigelände. Kamen da überhaupt Leute?

Sogar extrem viele. Ich war total überrascht, wir hatten jeden Tag von morgens bis abends voll. Ich hatte auch etwas Respekt vor der Lage. Wir waren ja schon etwas weg vom Schuss. Aber die Leute haben vorgängig in den Medien vom Laufstall gelesen und wollten ihn unbedingt sehen. So haben sie wenn nötig bei der Messeleitung gefragt, wo sie uns finden.

Was hat die Besucher am meisten fasziniert?

Das Gleiche wie mich: Sie waren total fasziniert von der Ruhe der Kühe und dem Frieden, den sie untereinander haben. Das ist eine Folge des freien Stallsystems. Jede Kuh kann machen, was sie will, und das bringt Ruhe.

Und für ein Leben im Freilaufstall müssen die Kühe zwingend enthornt werden?

Das ist nicht absolut zwingend. Ich würde mir nicht anmassen zu sagen, ein Freilaufstall funktioniere nicht für Kühe mit Hörnern. Aber ohne Hörner ist eine Kuh ruhiger, weil sie die Rangordnung nicht jeden Tag neu testet. Und für Kühe mit Hörnern müsste der Stall noch viel grösser sein. Das ist auch eine Kostenfrage.

Welche Fragen mussten Sie an der Olma am häufigsten beantworten?

Viele Leute wollten wissen, was der Melkroboter kostet. Rund 200 000 Franken mit allem Drumherum. Eine häufige Frage war auch, ob die Kühe trotz Laufstall noch auf die Weide dürfen. In der Regel ja, an der Olma halt nicht. Zudem interessierte, wie viel Milch eine Kuh gibt. Bei den 33 Kühen waren es total 1000 Liter Milch pro Olma-Tag. Wir waren auch auf kritische Fragen wie jene nach den Hörnern vorbereitet. Aber die Leute waren so fasziniert von der Ruhe der Tiere, dass kaum kritische Fragen kamen.

Warum haben Sie Ihre Tiere an der Messe zur Verfügung gestellt?

Die Motivation zum Ja-Sagen war auch, dass wir mit dem Laufstall die Chance haben, Öffentlichkeitsarbeit zu machen. Wir wollten der nichtbäuerlichen Bevölkerung zeigen, dass es den Kühen gut geht, auch wenn sie viel Milch geben. Die Botschaft rüberbringen, dass Kühe freiwillig viel Milch geben, wenn man ihnen gut schaut und den nötigen Komfort bietet. Die Botschaft ist vollends angekommen.

Wird es nächstes Jahr wieder einen Freilaufstall geben?

Nein, das gibt es nicht mehr. Die Bilanz ist zwar sehr, sehr positiv. und auch seitens der Olma-Leitung hatten wir ein gutes Echo. Aber vom Budget her ist so etwas nicht jedes Jahr möglich. Es war ein riesiger Brocken für die Olma. Zudem haben die Besucher den Laufstall mit Melkroboter ja jetzt gesehen. Nächstes Jahr wäre es nicht mehr halb so spannend.

Heini Stricker Landwirt aus Mörschwil (Bild: PD)

Heini Stricker Landwirt aus Mörschwil (Bild: PD)

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