Die Kanti-Prüfung bleibt

Der St. Galler Erziehungsrat hält an der schriftlichen Kanti-Aufnahmeprüfung fest. Die mündliche Prüfung muss hingegen nur noch absolvieren, wer in der schriftlichen zu schwach abschneidet.

Adrian Vögele
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Durch Wände getrennt: Aufnahmeprüfung 2007 in der Turnhalle der Kantonsschule Wil. (Bild: pd)

Durch Wände getrennt: Aufnahmeprüfung 2007 in der Turnhalle der Kantonsschule Wil. (Bild: pd)

St. Gallen. Sekundarschüler, die an eine St. Galler Kantonsschule wechseln wollen, müssen auch in Zukunft eine Prüfung absolvieren. Eine gute Empfehlung des Sekundarlehrers reicht hierfür nicht aus – dies hat der Erziehungsrat beschlossen. Er verzichtet damit auf ein reines Zuweisungs- und Empfehlungssystem, wie es in anderen Kantonen bereits praktiziert wird.

«Die schriftliche Prüfung hat den Vorteil, dass für alle Kandidatinnen und Kandidaten im ganzen Kanton dieselben Kriterien gelten», sagt Christoph Mattle, Leiter des Amtes für Mittelschulen. Zudem habe die Prüfung einen pädagogischen Effekt: «Die Schüler müssen in ihrer späteren Laufbahn noch diverse weitere Prüfungen bestehen. Wer eine Kanti-Aufnahmeprüfung absolviert hat, ist dafür besser gewappnet.»

Aufwand reduzieren

Dennoch hat der Erziehungsrat eine «Verschlankung» des Aufnahmeverfahrens beschlossen: Zur mündlichen Prüfung werden nur noch jene Kandidaten aufgeboten, die in den schriftlichen Tests nicht die erforderliche Punktzahl erreicht haben. Das System habe sich in der Fach- und Wirtschaftsmittelschule bereits bewährt, teilt das Erziehungsdepartement mit. Damit lasse sich der zeitliche und administrative Aufwand für die Prüfung reduzieren.

Mit demselben Ziel werden die zusätzlichen Eignungsabklärungen für Musik und Gestalten sowie die Latein-Aufnahmeprüfung abgeschafft. Voraussetzung für den Besuch des Schwerpunktfachs Latein bleibt der Besuch des Lateinunterrichts an der Oberstufe, für das Schwerpunktfach Musik müssen die Kandidaten vorgängig Instrumentalunterricht besucht haben.

Schülerzahlen kein Kriterium

Im kommenden Jahr finden die Aufnahmeprüfungen noch nach altem Muster statt; die neue Regelung soll erstmals 2012 zur Anwendung kommen. Auswirkungen auf die Zahl der Neueintritte erwarte man nicht, sagt Christoph Mattle: «Es war nie das Ziel, mit diesen Massnahmen die Schülerzahlen an den Kantonsschulen zu beeinflussen und etwa eine höhere Maturaquote zu erzielen.»

Termine vorverlegt

Im weiteren werden die Aufnahmeprüfungen für die Fach- und Wirtschaftsmittelschule von Februar auf September vorverlegt. Unter anderem will der Erziehungsrat damit verhindern, dass Schülerinnen und Schüler sich schon vor der Aufnahmeprüfung nach Ersatzlösungen – etwa Lehrstellen – umsehen. Er erhofft sich laut Communiqué, das Potenzial der Fach- und Wirtschaftsmittelschule so noch besser ausschöpfen zu können.

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