Die Kamera reist immer mit

Sie sind mehrere Monate im Jahr auf Reisen – immer auf der Suche nach den schönsten Flecken der Erde. Die Landschaftsfotografen Stefan Forster und Patrick Loertscher geben an der Ferienmesse einen Einblick ihre Arbeit.

Christina Weder
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Landschaften aus der Vogelperspektive: Zum Fotografieren nutzt Stefan Forster auch eine Drohne. (Bild: Hanspeter Schiess)

Landschaften aus der Vogelperspektive: Zum Fotografieren nutzt Stefan Forster auch eine Drohne. (Bild: Hanspeter Schiess)

Fast jeder, der auf Reisen geht, hat eine Kamera im Gepäck. Und bringt Hunderte von Ferienerinnerungen nach Hause. «Neben Fussball ist Fotografieren das Hobby Nummer 1», sagt Landschaftsfotograf Stefan Forster in der Sonderschau Reisefotografie an der Ferienmesse St. Gallen.

Was die meisten als Hobby betreiben, ist für ihn Beruf und Berufung. Der 28-Jährige, der in Wil eine Fotoschule betreibt, führt Hobby- und Berufsfotografen nach Namibia, La Gomera und in die Antarktis. Die Reisen, die er in diesem Jahr anbietet, sind bereits ausgebucht.

Am schönsten: Die Lofoten

Nicht minder ist das Interesse an den Diashows an der Ferienmesse, in denen Forster Tips gibt. Der abgedunkelte Raum ist bis auf den letzten Platz besetzt. Er werde oft gefragt, welches der schönste Fleck auf Erden sei, sagt Forster. Für ihn sind es die Lofoten, eine Inselgruppe vor der Küste Norwegens. Wenn das Wetter mitspielt, sei die Stimmung dort fast zu schön, um wahr zu sein. Dann sind die Strapazen schnell vergessen, die mit dem Buckeln der Fotoausrüstung verbunden sind.

Allgemein rät er Hobbyfotografen, den Wecker zwei Stunden vor Sonnenaufgang zu stellen und früher als alle anderen loszuziehen. Sein zweiter Tip: nicht zu viel in die Ausrüstung zu investieren. Mit einer günstigen Kompaktkamera sei man womöglich besser beraten als mit einer teuren Spiegelreflexkamera, die man nicht bedienen könne.

Fasziniert von der Wüste

Ebenfalls in karge Gebiete reist Patrick Loertscher, der zweite Landschaftsfotograf, der seine Bilder an der Ferienmesse zeigt. Den 50-Jährigen zieht es vor allem in die Wüste, deren rote Farbtöne ihn faszinieren. Drei bis vier Monate im Jahr ist er unterwegs und fängt mit der Kamera fast unwirkliche Stimmungen ein: das Matterhorn, das in rosarotes Licht getaucht ist, oder ein Regenbogen über der Wüste Namibias. «Das war wirklich so», sagt der Fotograf, der in Heiden eine Galerie führt. Nichts sei am Computer nachbearbeitet. Bewusst fotografiert er mit einer analogen Kamera und entwickelt seine Bilder von Hand in der Dunkelkammer.

Am richtigen Ort sein

Loertscher sucht das Erhabene in der Natur. Man müsse im richtigen Moment am richtigen Ort sein, sagt er: «Das geht in Namibia und im Appenzellerland.» Hobbyfotografen rät er, sich Zeit zu nehmen, zu beobachten. Meist wolle man zu viel, verzettle sich, bringe Tausende Bilddateien, aber kaum eine tolle Aufnahme nach Hause.

Die Ausbeute sei auch bei ihm unterschiedlich. Von einer dreiwöchigen Chinareise habe er kürzlich nur zwei wirklich gute Bilder mitgebracht: Das Wetter sei schlecht gewesen, die Luft verschmutzt. Und so braucht es zum Fotografieren neben Geduld eben auch Glück.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort: Patrick Loertscher vor seiner Aufnahme des Ayers Rock in Australien. (Bilder: Hanspeter Schiess)

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort: Patrick Loertscher vor seiner Aufnahme des Ayers Rock in Australien. (Bilder: Hanspeter Schiess)

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