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Die junge Kunst braucht einen neuen Kiosk

Raumsuche Sechs Jahre sind eine lange Zeit für eine kulturelle Zwischen­nutzung. Und doch tut es weh, wenn es irgendwann vorbei ist. Für den Kunstkiosk an der Rorschacher Strasse 48 beim Stadtpark ist dieser Zeitpunkt nun gekommen. Der kleinen Galerie, die ­junge Erwachsene betreiben, wurde ­der Mietvertrag gekündigt, wie am Stadt­kulturgespräch am Dienstag einer der Betreiber sagte. Carol Müller, Präsidentin der Betriebsgruppe, bestätigt die Kündigung auf Anfrage.

Für die neun jungen Kulturschaffenden, welche die kleine Galerie im Kollektiv führen, heisst das: Ein neuer Raum muss her – und das wohl schon bald. Zwar sei noch nicht ganz klar, wann der Kunstkiosk aus dem Ladenlokal ausziehen muss, sagt Müller. Man sehe sich aber schon jetzt nach einem Ersatz für das Lokal um. Wenn es um kulturelle Zwischennutzungen gehe, hätten es ­junge Künstlerinnen und Künstler aber nicht leicht. Oft würden ältere, bereits etablierte Kulturschaffende bevorzugt, wenn freie Fläche zur Verfügung stehe. «Jüngere Kulturschaffende sind für die Besitzer der leer stehenden Immobilien wohl ein grösseres Risiko», sagt Müller. Sie wünsche sich aber, dass auch der jüngeren Generation das nötige Vertrauen entgegengebracht werde. «Wir sind keine Hausbesetzer, sondern Galeristen.»

Hilfe von der Stadt wäre sehr willkommen

Die Betreiberinnen und Betreiber des Kunstkiosks sähen es gerne, wenn die Stadt in solchen Fällen Hand böte. «Es braucht generell mehr Räume für Ateliers und Ausstellungen. Insbesondere auch für Junge», sagt Carol Müller. Denn so könne man etwas auf die Beine stellen und eine Chance erhalten, seine Kunst niederschwellig und ohne grosse Ausgaben zu präsentieren.

Der Kunstkiosk versteht sich als Plattform für junge Künstler. Hier haben Jugendliche und junge Erwachsene die Möglichkeit, ihre Werke ohne Gegenleistung in ebenfalls von Jugendlichen organisierten, öffentlichen Ausstellungen zu präsentieren. Das ist einmalig an der Stadt – und soll sich auch nicht ändern, sagt Carol Müller. Personell wird sich aber wohl etwas tun: «Es ist absehbar, dass es einen Wechsel in der Betriebsgruppe geben wird.» Neben ihrer Tätigkeit im Kunstkiosk selbst sind die Betreiber auch in anderen Städten mit Ausstellungen zu Gast. Dieses und nächstes Wochenende gastiert der Kunstkiosk zum Beispiel in der Alten Post in Flawil. Auch hier handelt es sich um eine kulturelle Zwischennutzung.

Als Kanti-Projekt gestartet – und heute unabhängig

Ursprünglich war der Kunstkiosk ein Projekt einer Gestaltungsklasse der Kantonsschule am Burggraben. 2011 eröffnete die Klasse den Kiosk, als klar wurde, dass die Fläche bis zum Aus- und Umbau des benachbarten Hotels Ekkehard leer stehen würde. Der Kunstkiosk hat sich zwei Jahre später von der Kantonsschule losgesagt und ist heute unabhängig. Das Hotel wurde nie umgebaut und steht bis heute leer. (ghi)

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