Die Jugendlichen aktivieren

MÖRSCHWIL. Die Infocard hat Kreditkartenformat und soll Jugendliche bei eigenen Projekten und der Gestaltung ihrer Freizeit unterstützen. Nachdem das Projekt in St. Gallen gut angelaufen ist, wird es auf umliegende Gemeinden ausgeweitet.

Rafael Rohner
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Günstiger fahren lernen: Dank der Infocard erhalten aktive Jugendliche Rabatte, zum Beispiel auf Fahrstunden. (Bild: ky/Gaëtan Bally)

Günstiger fahren lernen: Dank der Infocard erhalten aktive Jugendliche Rabatte, zum Beispiel auf Fahrstunden. (Bild: ky/Gaëtan Bally)

Jugendliche wollen sich grundsätzlich engagieren und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Davon ist Nina Affolter, Jugendarbeiterin in Mörschwil, überzeugt. Häufig scheitere das Engagement an kleineren Dingen. Beispielsweise an mangelndem Zugang zu Wissen oder fehlender Infrastruktur. Dem könne die Infocard entgegenwirken. Sie biete Anreiz, sich aktiv am gesellschaftlichen Leben zu beteiligen.

«Als ich von der Infocard hörte», sagt Nina Affolter, «war mir sofort klar, das ist auch für Mörschwil ein interessantes Angebot.»

Zugang zu Wissen

Dank der Infocard erhalten die Jugendlichen Zutritt zu bestimmten Bereichen auf der Internetseite infocard.ch. Dort sind Informationen über verschiedene Angebote und Veranstaltungen aufgeschaltet. Beispielsweise werden Fahrstunden, Tanzkurse oder Gleitschirm-Schnupperkurse angekündigt. Beim Vorzeigen der Infocard erhalten die Jugendlichen Vergünstigungen.

Die Internetseite soll aber keine Werbeplattform sein, sagt Philippe Haldimann von infoklick.ch (siehe Kasten). «Die Angebote sollen die Jugendlichen geistig oder körperlich fordern. Für reine Konsumangebote sei sie nicht gedacht.» Profitieren würden beide, die Jugendlichen und die Anbieter, ergänzt Nina Affolter. Die Anbieter können Jugendförderung betreiben und ihre Angebote besser zugänglich machen.

Die Jugendlichen erfahren, wo was los ist und erhalten Zugang zu Angeboten in den Bereichen Kultur, Freizeit, Mobilität und Bildung.

Ins Gespräch kommen

In der Stadt St. Gallen werde die Infocard seit einem Jahr angeboten, sagt Philippe Haldimann. Aufgrund der guten Erfahrungen kämen nun auch die Gemeinden Mörschwil, Gaiserwald, Eggersriet, Muolen und Häggenschwil hinzu.

Bisher seien insgesamt über 250 Karten an Jugendliche im Alter zwischen 12 und 26 Jahren abgegeben worden.

Beziehen können sie die Karte in der Wohngemeinde auf dem Jugendsekretariat, im Büro der Jugendarbeit oder im Gemeindehaus. «Für mich eine gute Gelegenheit, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen», sagt Nina Affolter.

In Mörschwil müssen die Jugendlichen für die Karte zehn Franken pro Jahr bezahlen, andernorts übernehmen die Gemeinden die Kosten oder zumindest einen Teil davon.

Noch zu wenig bekannt

Bisher sei das Interesse der Jugendlichen an der Karte verhalten, sagt Haldimann. «Sie ist noch zu wenig bekannt.» Das liege daran, dass es zwei bis drei Jahre dauere, bis sich die Karte etabliert habe. Auch in Mörschwil brauche es noch viel Informationsarbeit, sagt Nina Affolter.

Die Infocard sei für die Jugendlichen etwas Abstraktes und daher schwierig greifbar. Sie suche nun Veranstalter, Vereine und diverse Gewerbebetriebe, die ihre Angebote über die Infocard bekannter machen wollen. «Keine leichte Aufgabe», sagt Nina Affolter, «es braucht Zeit und Geduld.» Aber sie bleibe dran.

Die Infocard für Jugendliche ebnet Wege zu mehr Wissen. (Bild: roh)

Die Infocard für Jugendliche ebnet Wege zu mehr Wissen. (Bild: roh)

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