Die Jugend nicht verbannen

UNTEREGGEN. Auf dem Schulareal in Untereggen kommt es immer wieder zu Sachbeschädigungen und Littering. Die Polizei kann nicht viel machen; einen Sicherheitsdienst zu engagieren, ist zu teuer.

Michel Burtscher
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Auf dem Spielplatz neben der Primarschule in Untereggen sieht es nicht immer so sauber aus. (Bild: Livio Frey)

Auf dem Spielplatz neben der Primarschule in Untereggen sieht es nicht immer so sauber aus. (Bild: Livio Frey)

Es war eines der am heissesten diskutierten Themen an der Schulbürgerversammlung in Untereggen: Vandalismus und Littering auf dem Areal der Primarschule Spielbüel. Schulratspräsidentin Petra Gächter ging in ihrem Jahresbericht darauf ein, während der Allgemeinen Umfrage brachte es auch ein Bürger zur Sprache: «Das ist eine ernste Sache», sagte er und fragte, was nur los sei mit der Jugend.

Areal nicht ganz sperren

Vor allem am Wochenende treffen sich Jugendliche auf dem Schulgelände und trinken zusammen – und lassen nachher Abfall und Scherben liegen. «Es gab auch schon Schmierereien, kaputte Holzbänke und Kübel.» Es sei ein leidiges Problem, sagt Petra Gächter. Und gefährlich wird es dann, wenn Glasscherben auf dem Spielplatz landen. «Diese Situation wollen wir nicht einfach hinnehmen», sagt Gächter. «Für uns ist das mit Aufwand und Kosten verbunden.» Ein wirksames Mittel gegen dieses Problem zu finden, ist aber schwierig. Man wolle das Areal auch nicht ganz sperren für die Jugendlichen. Im Gegenteil: «Sie sollen sich dort aufhalten und treffen können, müssen sich dabei aber an die Regeln halten.»

Selber Patrouillen durchführen

Der Kantonspolizei seien die Hände gebunden, die Beamten könnten nicht regelmässig Kontrollen machen, sagt Gächter. Dafür habe sie auch Verständnis. «Untereggen ist ein kleiner Fisch und liegt nicht gerade am Weg.» Auch der Einsatz eines privaten Sicherheitsdienstes wurde geprüft. Das sei aber schlicht zu teuer. In den vergangenen Jahren habe man darum selber Patrouillen gemacht und versucht, den Jugendlichen die Situation zu erklären. «Oft zeigen sie sich einsichtig.» Ändern tut sich aber trotzdem nichts. Die Schwierigkeit sei, dass sich nicht immer die gleichen Jugendlichen dort träfen, und auch nicht regelmässig. In schwerwiegenden Fällen wurden auch schon die Eltern informiert. Grundsätzlich wolle man die Sache aber mit den Jugendlichen persönlich klären, sagt Gächter. Ihr Anliegen sei nicht in erster Linie der Alkoholkonsum, betont sie. «Das ist grundsätzlich Sache der Eltern. Wir machen keine Alterskontrollen.» Es gehe vor allem um Littering und Vandalismus.

Bevölkerung soll wachsam sein

Jetzt, wo die kalte Jahreszeit vorbei ist und die Tage wieder wärmer werden, werden wohl auch Petra Gächter und ihre Kollegen wieder vermehrt Patrouillen machen müssen. Und Gemeindepräsident Norbert Rüttimann forderte an der Bürgerversammlung die Bevölkerung auf, achtsam zu sein und so mitzuhelfen, das Problem zu lösen.

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