Die «Ilge» bleibt ein Restaurant

Es war ein unrühmliches Ende für die altehrwürdige «Ilge» in Arnegg. Nach einem Konkurs ist sie seit November zu. Jetzt hat Zoller Investment aus Mörschwil die Wirtschaft gekauft. Bestenfalls wird bereits dieses Jahr wieder gewirtet.

Corinne Allenspach
Drucken
Teilen
Seit bald sieben Monaten ist die «Ilge» in Arnegg geschlossen. Die neuen Besitzer wollen die Wirtschaft bis Ende 2015 wieder eröffnen. (Bild: Peer Füglistaller)

Seit bald sieben Monaten ist die «Ilge» in Arnegg geschlossen. Die neuen Besitzer wollen die Wirtschaft bis Ende 2015 wieder eröffnen. (Bild: Peer Füglistaller)

ARNEGG/MÖRSCHWIL. Tische, Stühle, Tischtücher, Gläser, Geschirr: Es ist noch alles da. Theoretisch könnte in der «Ilge» Arnegg – nach einem beherzten Einsatz mit Staubsauger, Putzlappen und Gartenschere – bereits morgen wieder gewirtet werden. Aber wirklich nur theoretisch, wie Christoph Zoller, Geschäftsinhaber der Zoller Investment AG mit Sitz in Mörschwil, betont. Denn für ihn ist klar: «Es soll kein Schnellschuss werden.» Darum kläre man derzeit genau ab, nach welchem Konzept die «Ilge» künftig geführt werden soll. «Wir wollen eine Lösung, die für uns und für die Region passt. Und zwar längerfristig.»

«Ilge» öffentlich versteigert

Seit bald sieben Monaten ist das ehemalige Gourmetrestaurant an der Bischofszellerstrasse geschlossen. Noch im Mai 2014 hatte Spitzenkoch André Heiniger (17 Gault-Millau-Punkte) gesagt, er wolle aus gesundheitlichen Gründen kürzertreten und das Restaurant verkaufen. Heiniger hatte nicht nur 22 Jahre lang in der «Ilge» gewirtet, seit 2011 gehörte ihm das altehrwürdige Haus aus dem 17. Jahrhundert auch. Im November 2014 dann das abrupte Ende: Das Konkursamt versiegelte die Türe, nachdem Heiniger Insolvenz angemeldet hatte. Vor kurzem nun wurde die «Ilge» öffentlich versteigert.

Wirten ab Spätherbst

Mitgesteigert haben laut Christoph Zoller «etwa eine Handvoll weitere Interessenten». Für die Zoller Investment AG ist es das erste Restaurant, das sie gekauft hat. Miteigentümer ist die Liberis Invest AG aus St. Gallen. Eine spezielle Beziehung habe er eigentlich nicht zur «Ilge», sagt Christoph Zoller, aber: «Unser Team war früher oft zu Gast dort, und wir haben uns immer wohl gefühlt.» Die Firma Zoller wird Liegenschaftsbesitzerin sein, aber nicht selber wirten. Ziel sei es auf jeden Fall, das Restaurant weiterzuführen. Zoller rechnet damit, dass bestenfalls bereits ab Spätherbst wieder gewirtet werden könnte.

Gourmet- oder Kindertempel?

Mögliche Betreiber habe man bereits angefragt. Bevor man konkret suche, mache man aber «eine fundierte Marktanalyse». Ob die «Ilge» wieder ein Gourmettempel wird oder eher ein Erlebnisrestaurant für Familien, ist laut Christoph Zoller derzeit noch völlig offen. «Gut essen, eine freundliche Bedienung und eine kinderfreundliche Umgebung sind ein Bedürfnis», ist er überzeugt. Als positive Beispiele in der weiteren Umgebung nennt er den «Hohfirst» in Waldkirch oder die «Spielschüür» in Niederbüren. Eine Option, die man prüfe, sei darum unter anderem, ob sich draussen ein Spielplatz realisieren lasse oder ob die Personalzimmer im oberen Stock der «Ilge» künftig anderweitig genutzt werden könnten.

Christoph Zoller Geschäftsführer der Zoller Investment AG (Bild: pd)

Christoph Zoller Geschäftsführer der Zoller Investment AG (Bild: pd)