Die Hafenstadt im Hosensack

SEEREGION. Die Gemeinden Goldach, Rorschach und Rorschacherberg haben gestern ihre Apps für Android- und Apple-Geräte vorgestellt. Der Test zeigt: Die Programme sind benutzerfreundlich, wenn auch stellenweise etwas sperrig.

Dominik Bärlocher
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Zukunftweisend: Die Gemeinden Rorschach, Rorschacherberg und Goldach sind unter den ersten Gemeinden mit eigenem App. (Bild: Stefan Beusch)

Zukunftweisend: Die Gemeinden Rorschach, Rorschacherberg und Goldach sind unter den ersten Gemeinden mit eigenem App. (Bild: Stefan Beusch)

Seeregion. Das iPhone oder das Android Smartphone piept. Die Meldung auf dem Bildschirm besagt, dass morgen die Papierabfuhr stattfindet. Dies ist seit gestern in den Gemeinden Rorschach, Rorschacherberg und Goldach Realität, denn die drei Gemeinden verfügen neu über Apps für Android- und iOS-Geräte, sowohl für mobile Telefone wie das iPhone oder Tablet-PCs wie das iPad. Entwickelt worden sind die kostenlosen Apps, die von der Struktur her für alle Betriebssysteme und Gemeinden identisch sind, von der Rorschacher Firma Interactive Friends in Zusammenarbeit mit dem Horner Unternehmen Mazz Design.

Von der Website auf das Handy

Nach einem kurzen Ladebildschirm, der die Informationen lädt, haben die Nutzer Zugriff auf alle wichtigen Informationen aus der Gemeinde. «Als Gemeinde fragen wir uns stets, wie wir die Gemeindebewohner am einfachsten erreichen können», sagt der Goldacher Gemeinderatsschreiber Richard Falk. Zeitungen, amtliche Publikationen und das Internet seien zwar stets vorhanden, doch das Natel sei immer in der Hosentasche. So könne jederzeit auf die Neuigkeiten, den Veranstaltungs- und Abfallkalender sowie Freizeitangebote und Bilder aus den Gemeinden zugegriffen werden.

Alle 30 Minuten wird die App automatisch mit der Website der jeweiligen Gemeinde synchronisiert. Somit sind die jüngsten Nachrichten auf den mobilen Geräten höchstens 29 Minuten und 59 Sekunden alt. Der Web-Browser wird für Informationen, die eine Website darstellen müssen, in der App selbst geladen. Dies lässt die App kompakter und einheitlicher erscheinen. User müssen nicht zwischen verschiedenen Applikationen hin und her wechseln.

Die Rorschacher App inkorporiert den Blog der Schatzsucherin Barbara Camenzind und Daten der Wetterstation auf dem Gebäude der technischen Betriebe. Dies ist durch die einfach zu erweiternde Struktur der Software möglich und erfordert nur wenig Arbeit. Für die Gemeindeverwaltungen entsteht beim Updaten ebenfalls wenig Aufwand, da Apps und Websites der Gemeinden die Informationen aus derselben Quelle beziehen. Die Verwaltungen brauchen nur – genau wie bisher – ihre jeweiligen Websites aktuell zu halten.

Design schlicht, breiter Balken

Das Design ist schlicht und leicht verständlich. Ein Menubalken am oberen (Android) oder unteren (Apple) Bildschirmrand lässt User direkt zu den wichtigsten Menus springen. Der einzige Störfaktor: Im Newsbereich scrollt der Banner mit einem Foto der Gemeinde nicht mit. Damit ist der halbe Bildschirm auf einem Mobiltelefon belegt. Bei den Events kommt ein Balken hinzu, der den Zeitrahmen der Veranstaltungen festlegt, womit noch mehr Bildschirmfläche versperrt ist.

Positiv fällt die Zoom-Funktion auf. Sämtlicher Text kann so weit vergrössert werden, dass die Höhe eines Buchstabens den gesamten Bildschirm einnimmt. Zudem können Veranstaltungsorte in einer Google-Maps-Karte angesehen werden. Diese Funktion scheint aber noch nicht zu funktionieren, denn laut der App findet das Badifäscht an der Wachsbleichestrasse statt und der Pavillon beim Kabisplatz ist neben dem Staader Bahnhof.

Nur wenige Push-Nachrichten

Ein weiteres Feature sind sogenannten Push-Nachrichten. Diese kurzen Mitteilungen tauchen auf dem Bildschirm auf, ohne dass die dazugehörige App auf dem Screen zu sehen ist. Bruno Seelos, Marcel Aeple und Richard Falk, Gemeinderatsschreiber von Rorschach, Rorschacherberg beziehungsweise Goldach sind sich einig, dass dieses Feature äusserst sparsam eingesetzt wird, da zu viele dieser Nachrichten schnell als störend empfunden werden. «Es wird vielleicht drei Push-Nachrichten pro Monat geben», schätzt Bruno Seelos. Bisher sind nur Erinnerungen an Sondermüllabfuhren einprogrammiert, die Nutzer einen Tag vor der Abfuhr an sie erinnern. Push-Nachrichten können aber ausgeschaltet werden.