Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Die Grundsteuer müssen grundsätzlich alle bezahlen

Die jährliche Grundsteuer der Gemeinden auf Boden und Gebäuden ist in Bewegung. Mindest- und Höchstsatz sinken, Tübach senkt aufs neue Minimum, Goldacher lehnen eine Erhöhung ab.
Fritz Bichsel

region rorschach. Grundsteuer erheben nur die Gemeinden, und der ganze Ertrag bleibt bei ihnen. Trotzdem macht der Kanton St. Gallen eine Reihe Vorgaben. Bis 2009 galt beim Ansatz eine Bandbreite von mindestens 0,3 bis maximal 1,0 Promille. 2010 sinkt diese auf 0,2 bis 0,8.

2010 mehrheitlich tiefer

In der Region Rorschach bringt das vielen Eigentümern eine kleine Steuersenkung, weil die Mehrheit der Gemeinden den nun sinkenden Maximalsatz erhebt.

Einen tieferen Satz haben die reichen Gemeinden westlich von Rorschach. Tübach und Mörschwil erhoben bis 2009 nur das Minimum. Mörschwil bleibt jetzt bei 0,3, Tübach hingegen senkt auf das neue Minimum von 0,2 (sofern die Bürger zustimmen).

Steinach und Goldach lagen mit 0,4 nur leicht über dem Minimum. Steinach erhöhte auf 0,6, weil die Gemeinde nach Investitionen mehr Geld braucht. Auch Goldachs Finanzlage wurde schwieriger.

Der Gemeinderat wollte das Defizit verringern und eine Erhöhung des tiefen Steuerfusses für Einkommen und Vermögen vermeiden durch Verdoppelung der Grundsteuer aufs neue Maximum von 0,8. Doch die Bürger machten nicht mit. Sie lehnten eine höhere Grundsteuer ab und votierten fürs Sparen: mit Nein zu neuen Ausgaben für eine BMX-Bahn – wofür sie vor einem Jahr selber ein Projekt bestellt hatten.

Gemeinden erheben auf Einkommen und Vermögen 92 bis 157 Steuerprozente. Der Ertrag der Grundsteuer ist im Vergleich mit umgerechnet 2 bis 11 bescheiden; immerhin bringt sie bis eine Million Franken (siehe Tabelle).

Änderung trifft Eigentümer

Von der Grundsteuer befreit sind Bund, Kanton, Landeskirchen und Gemeinden. Für alle anderen Grundstücke und Gebäude wird sie jährlich erhoben auf dem Wert gemäss offizieller Schätzung.

Für Gebäude, die Institutionen für gemeinnützige Zwecke nutzen, gilt ein reduzierter Satz (0,2 Promille).

Die Steuer abliefern muss der Eigentümer. Weil auf allen Gebäuden Grundsteuer erhoben wird, bezahlen aber auch Mieter. Sie allerdings indirekt mit dem Mietzins. Trotzdem trifft in der Praxis zu, dass eine Erhöhung der Grundsteuer nur die Eigentümer trifft, wie in Goldach argumentiert wurde: Ein Vermieter kann nur bei der ersten Vermietung Steuern in den Preis einrechnen.

Danach darf er den Mietzins nur aufgrund von Hypothekarzins und Teuerung ändern. Steigt die Grundsteuer, bleibt das an ihm hängen. Umgekehrt profitieren in diesem System von der Senkung der Grundsteuer, wie sie 2010 in der Mehrheit der Gemeinden erfolgt, auch nur die Eigentümer. Für eine Wohnung geht es dabei allerdings um wenige Franken pro Monat.

Mit Grundsteuer zahlen alle

Es wurde diskutiert, die Grundsteuer abzuschaffen. Dann stiege die Einkommenssteuer. Auf den ersten Blick änderte wenig: Wer sich eine Villa leisten kann, zahlt in aller Regel auch mehr Einkommensteuer als Mieter einer Wohnung. Ein Argument für die Steuer ist aber stärker: Gebäude bewirken Kosten für Gemeinden, wie beim Unterhalt von Strassen zu ihnen.

Daran zahlen mit Grundsteuern auch Eigentümer und Mieter, die sonst in der Gemeinde nichts oder wenig abliefern – wie Betriebe, Vermieter oder Aufenthalter mit auswärtigem Steuersitz oder Besitzer von Ferienhäusern.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.