Die goldene Mitte fehlt

WALDKIRCH. Schon zweimal hat Betriebsleiter Stefan Weber die Langlaufloipe am Tannenberg frisch gespurt. Er wird es nochmals tun müssen, denn im Moment sind die Loipen nicht befahrbar.

Martin Brunner
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Noch Ende Dezember herrschten am Tannenberg beste Verhältnisse für Langläufer. Wegen der hohen Temperaturen sind die Loipen jetzt zu. (Bild: Leserbild: Ueli Bächtold)

Noch Ende Dezember herrschten am Tannenberg beste Verhältnisse für Langläufer. Wegen der hohen Temperaturen sind die Loipen jetzt zu. (Bild: Leserbild: Ueli Bächtold)

Die Langlaufloipe am Tannenberg präsentiert sich für die Jahreszeit in einem ungewohnten Zustand. Der Regen und die Temperaturen über null Grad Celsius haben ihr arg zugesetzt. Überall schaut Gras hervor. Braune Stellen sind auszumachen. Nur auf kurzen Abschnitten wäre die Ausübung des Sportes noch möglich. Für den Betriebsleiter Stefan Weber vom Skiclub am Tannenberg ist das ein klarer Fall. «Die Loipe ist nicht mehr befahrbar», sagt er.

Keine Chance gegen Natur

Für Weber ist dies eine traurige Situation. Gerne würde er die 17 Kilometer Loipe in Schuss halten. Dienstag, Mittwoch und Donnerstag sind drei Kilometer mit Start bei der Kapelle Oberwald von 18 bis 20.30 Uhr sogar beleuchtet. Doch gegen die Natur hat auch er keine Chance. «Besonders schmerzt mich, dass wir letzte Saison genug Schnee hatten, aber oft schlechtes Wetter», sagt Weber. «Diese Saison haben wir meist schönes Wetter, aber zu wenig Schnee. Die goldene Mitte fehlt.» Besserung ist nicht in Sicht, denn die Wetteraussichten für die nächsten Tage sind wenig ermutigend. Zumindest nicht für Wintersportler.

Drei hochwinterliche Wochen

Dabei hat die Saison für Weber sowie die vielen Langläuferinnen und Langläufer optimal begonnen. «Am 30. November fiel so viel Schnee, dass wir hochwinterliche Verhältnisse hatten», sagt er. Drei Wochen lang konnten die Langläufer ihrem Sport frönen. Um den 20. Dezember herum war dann aber Schluss. Der Föhn gab dem Schnee den Rest. Aber nicht für lange. Denn über die Weihnachtstage fielen 20 Zentimeter Schnee, genug, damit Weber am Freitag, 27. Dezember, wieder eine Spur legen konnte. «Zwar kam wieder Föhn auf, doch die Loipe hielt bis Ende Dezember.» Beim Skilift war's noch schlimmer. Er lief Anfang Dezember einige wenige Male. Dann war für Weber und seinen Helfer Niklaus Künzli dieser Einsatz wieder vorbei. Zwar konnten sie die Piste am 27. Dezember nochmals herrichten. Doch wieder kam Föhn auf, so dass Skifahren unmöglich wurde.

Alles sehr kurzfristig

Stefan Weber erledigt die Arbeit des Betriebsleiters am Tannenberg seit 1971 mit Elan. Für ihn ist es selbstverständlich, dass er sein Bestes gibt, auch wenn diese Saison alles sehr kurzfristig abläuft. Er spricht den aktuellen Loipenzustand zuverlässig aufs Tonband, fährt jeden Tag die Loipe ab, kümmert sich um die Einnahmen und mehr. «Ich freue mich, wenn andere zufrieden sind und ihren Sport ausüben können», sagt er. All die Arbeiten kosten aber auch Geld. Deshalb braucht es für die Loipe einen Saison- oder Tagespass. Beim Skilift kostet die einzelne Fahrt. «Zum Glück haben wir viele treue Langläufer, die bereits Anfang Saison ihren Langlaufpass kaufen. Das gibt uns eine gewisse finanzielle Sicherheit.»

Die Loipe bereitete Stefan Weber schon einige Sorgen. (Bild: Martin Brunner)

Die Loipe bereitete Stefan Weber schon einige Sorgen. (Bild: Martin Brunner)