Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Die Gallusstadt ist eine Autostadt

In einer kürzlich publizierten Studie lassen sich zahlreiche Angaben zur Mobilität in den sechs grössten Städten der Deutschschweiz vergleichen. Es zeigt sich: In den mittelgrossen Städten ist das Auto wichtiger als in den ganz grossen.
David Gadze

Der Städtevergleich «Mobilität» des Bundes liefert erstmals detaillierte Vergleichswerte zu Verkehrsdaten in den sechs grössten Deutschschweizer Städten St. Gallen, Zürich, Winterthur, Luzern, Bern und Basel (Tagblatt vom 25. und 26. Januar). Gerade bei den drei mittelgrossen Städten Winterthur, Luzern und St. Gallen zeigen sich viele Parallelen, aber auch teils grosse Unterschiede zu Zürich, Bern und Basel.

Grosse Städte mit weniger Autos

Interessant ist vor allem ein Blick auf die Verkehrsmittelnutzung (Grafik). Von den sechs Städten hat St. Gallen mit 38 Prozent den höchsten Anteil an motorisiertem Individualverkehr (MIV). Aber auch Luzern und Winterthur knacken die 30-Prozent-Marke. Basel hingegen kommt auf gerade einmal 18 Prozent. Umgekehrt haben Winterthur, Luzern und St. Gallen mit rund 20 Prozent den kleinsten Anteil an öffentlichem Verkehr (öV)– und mehr MIV als öV. Das zeigt sich auch bei den öV-Abonnementen: Während in St. Gallen, Winterthur und Luzern nur gerade rund ein Viertel der Bevölkerung ein Abo der örtlichen Verkehrsbetriebe oder ein Generalabonnement besitzt, sind es in Zürich und Basel über 50 Prozent, in Bern gar 68 Prozent.

St. Gallen hat dichtestes ÖV-Netz

Bei der Länge des ÖV-Netzes liegt St. Gallen mit 194 Linienkilometern vor Winterthur auf dem zweitletzten Platz, aber nicht weit hinter Bern und Basel, die knapp über 200 aufweisen. Obwohl die Gallusstadt in Linienkilometern schweizweit das grösste Busnetz hat, fällt sie bei der S-Bahn – ausser gegen Basel, das noch weniger hat – weit zurück. Bei der Netzdichte, also dem Verhältnis von Linienkilometern pro Quadratkilometer Siedlungsfläche, belegt St. Gallen hingegen den Spitzenplatz. Zwar weist Luzern einen höheren Wert auf, im Unterschied zu anderen Städten ist dort jedoch auch der Schienenfernverkehr auf Stadtgebiet eingerechnet.

Während sich der Velo- und Fussgängerverkehr zusammen in Zürich, Winterthur, Luzern und St. Gallen zwischen 42 und 45 Prozent bewegen, erreichen Bern und Basel 50 Prozent und mehr. St. Gallen hat jedoch – zusammen mit Bern – mit 39 Prozent den höchsten Fussgängeranteil, mit 3 Prozent aber den deutlich tiefsten Veloanteil. In Luzern beträgt er das Dreifache, in der «Velostadt» Winterthur gar mehr als das Vierfache. Den Grund dafür einzig bei den topographischen und klimatischen Verhältnissen zu suchen, wie es die Stadt in einer Mitteilung formuliert hatte, sei eine «nicht zulässige Vereinfachung», schrieb die städtische SP gestern in einem Communiqué.

In diesem Punkt liefert die Studie keine genaueren Erkenntnisse. Es sei noch kein Vergleich der Längen und Formen der Veloverkehrsnetze möglich, weil «die Velorouten in mehreren Städten noch nicht vollständig erfasst sind und die Kategorisierung der bereits erfassten Strecken teilweise nicht vergleichbar ist».

Nirgends gibt es so viele Autos

Die Studie liefert auch interessante Zahlen zum MIV. So haben St. Gallen und Luzern mit 43,5 beziehungsweise 43,6 Prozent vor Winterthur (40,4) den höchsten Motorisierungsgrad, also die Anzahl Autos auf 1000 Einwohner. Und während die drei Städte den kleinsten Anteil an Haushalten ohne Auto haben, weisen sie sowohl bei denjenigen mit einem Auto – hier schwingt die Gallusstadt obenaus – als auch bei jenen mit zwei und mehr Autos den grössten Prozentsatz auf.

St. Gallen weist ausserdem mit 311 Kilometern ein gleich grosses Strassennetz auf wie Basel, obwohl die Rheinstadt deutlich mehr Siedlungsfläche hat. Von allen Städten hat St. Gallen zudem die grösste Strassennetzdichte.

Die Stadt St. Gallen hat zwar das dichteste ÖV-Netz, aber auch das dichteste Strassennetz. (Bild: Coralie Wenger)

Die Stadt St. Gallen hat zwar das dichteste ÖV-Netz, aber auch das dichteste Strassennetz. (Bild: Coralie Wenger)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.