Die fleissigen Toggenburger

ST. GALLEN. Glaubt man den Ergebnissen der eidgenössischen Abstimmung über die Ferien-Initiative, sind die Stimmberechtigten der Ostschweizer Kantone überdurchschnittlich arbeitsam: Schweizweit lehnten zwei Drittel der Stimmberechtigten die Initiative ab. Im Kanton St.

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ST. GALLEN. Glaubt man den Ergebnissen der eidgenössischen Abstimmung über die Ferien-Initiative, sind die Stimmberechtigten der Ostschweizer Kantone überdurchschnittlich arbeitsam: Schweizweit lehnten zwei Drittel der Stimmberechtigten die Initiative ab. Im Kanton St. Gallen wollen fast drei Viertel der Stimmberechtigten nichts wissen von sechs Wochen Ferien. Die fleissigsten St. Galler leben demnach im Toggenburg: Mit 77,1 Prozent Nein verwarf dieser Wahlkreis die Initiative am deutlichsten. Im Toggenburg liegt auch die Gemeinde mit dem tiefsten Anteil Ja-Stimmen: In Stein stimmten nur gerade 14,3 Prozent der Stimmberechtigten für die Initiative. Städter sehnen sich scheinbar eher nach Ferien. In der Stadt St. Gallen fand die Initiative mit 37,9 Prozent am meisten Anklang, gefolgt von Rorschach und Buchs.

Diepoldsauer wollen Bausparen

Wer nun glaubt, die Toggenburger wollten so viel arbeiten, um fürs Eigenheim zu sparen, täuscht sich – jedenfalls fiel die Bauspar-Initiative im Toggenburg durch. Lediglich die Stimmbürger von Stein und Ganterschwil stimmten sehr knapp zu. Am meisten Freunde fand die Initiative am Rhein. Diepoldsau stimmte mit 55,1 Prozent der Initiative am deutlichsten zu, und auch Eichberg, Rüthi und Sennwald sagten knapp Ja. Der Rest des Kantons lehnte die Bauspar-Initiative ab.

Spannung um Zweitwohnungen

Spannung versprach der Urnengang über die Zweitwohnungs-Initiative: Äusserst knapp entschieden die Schweizer Stimmbürger, dass der Zweitwohnungsbau beschränkt werden soll – gegen den Willen der am meisten betroffenen Kantone in den Berggebieten. Ähnlich sieht es auch im Kanton St. Gallen aus. Mit etwas über 51 Prozent fand sich eine knappe Ja-Mehrheit. Dafür sorgten die Wahlkreise St. Gallen, Wil, Rorschach, Rheintal und Werdenberg. Die Toggenburger und die Sarganserländer lehnten die Initiative hingegen ab. In Wildhaus-Alt St. Johann war die Ablehnung mit 62,3 Prozent am höchsten. Die Gemeinde mit dem höchsten Anteil an Ja-Stimmen gehört allerdings zum selben Wahlkreis: Krinau stimmte mit 63,8 Prozent der Initiative zu.

Keine Chance hatte die Buchpreisbindung. In der Ostschweiz lehnte der Kanton St. Gallen die Initiative am deutlichsten ab. Keine Gemeinde stimmte ihr zu. Am meisten Stimmen erhielt sie in der Stadt St. Gallen, wo 42,1 Prozent der Stimmberechtigten dafür waren. Nur halb so gross, und damit am tiefsten, war der Ja-Stimmen Anteil in Eichberg. (ken)