Die Finanzlage hat sich entspannt

Roger Hochreutener, der erst seit drei Jahren Gemeindepräsident von Eggersriet ist, hat die Finanzen ins Lot gebracht und kann dieses Jahr zum zweitenmal den Steuerfuss senken. Weniger erfreulich ist für ihn die Situation mit dem öV.

Sebastian Schneider
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Roger Hochreutener Gemeindepräsident Eggersriet (Archivbild: Coralie Wenger)

Roger Hochreutener Gemeindepräsident Eggersriet (Archivbild: Coralie Wenger)

Herr Hochreutener, bevor Sie Gemeindepräsident von Eggersriet wurden, führten Sie die Gemeinden Tübach und Lichtensteig. Was gefällt Ihnen an Eggersriet besser als an den beiden anderen Gemeinden?

Roger Hochreutener: Eine perfide Frage. Damit muss ich ja sagen, was mir an den anderen Gemeinden nicht gefallen hat.

Die Frage ist positiv formuliert.

Hochreutener: Eggersriet ist eine spannende, dynamische Gemeinde – alleine schon aufgrund ihrer Topographie und Grösse. Die Bewohner sind sehr herzlich, aufgeschlossen und auch bereit für Veränderungen.

Ihre Wahl vor drei Jahren stellte auch eine Veränderung dar. Mit Ihnen sah man einen strammen Sanierer kommen.

Hochreutener: Wie Sie mich betiteln, ist Ihre Sache. Jedenfalls gab es von Anfang an viel Arbeit, die Finanzen ins Lot zu bringen, die Prozesse zu optimieren und die Abläufe zu hinterfragen. Die Gemeinde- und Schulbehörden waren echt gefordert.

Als erstes haben Sie den Steuerfuss um drei Prozentpunkte auf 150 angehoben.

Hochreutener: Das war auch nötig. Das Budget war nicht ausgeglichen und das Eigenkapital dahingeschmolzen. Wir brauchten finanziellen Spielraum, um nachhaltige Veränderungen vorzunehmen. Zudem waren die Prognosen damals schlechter. Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir sobald als möglich den Steuerfuss wieder senken, was wir dann auch taten.

Wie sieht der Jahresabschluss 2015 aus?

Hochreutener: Es zeichnet sich eine Besserstellung von 600 000 Franken ab. Ein sehr gutes Ergebnis für unsere Gemeinde.

Gut genug für eine zweite Steuersenkung?

Hochreutener: Dank der Besserstellung können wir zusätzliche Rückstellungen machen und die Verschuldung verkleinern. Dadurch senken wir Kosten, womit auch eine Steuersenkung um zwei Prozentpunkte möglich ist. Wir federn damit auch die indirekte Steuererhöhung der Pendlerkosten ab.

Sparpotenzial sehen Sie auch bei der Feuerwehr. Ist Eggersriet nun aus dem gemeindeübergreifenden Verbund Regiwehr ausgetreten?

Hochreutener: Wir haben die vorsorgliche Kündigung eingereicht. Es werden aber noch Gespräche geführt über mögliche Korporationen. Womöglich wird die Bürgerschaft diesen Frühling über das Geschäft befinden.

Anfang Dezember eröffnete der Volg als neuer Dorfladen. Eine Erfolgsgeschichte?

Hochreutener: Kann man sagen. Die Alternative wäre nämlich gewesen, dass es keinen Dorfladen mehr gibt. Das wollten wir nicht und haben darum den Umbau mitfinanziert.

Wie zufrieden sind Sie mit der ÖV-Situation in Eggersriet und Grub?

Hochreutener: Ich bin überhaupt nicht zufrieden. Mit dem Fahrplanwechsel haben wir einen Rückschritt anstatt eines Fortschritts erlebt. Wir wollten eine Vollerschliessung für Grub, stattdessen wurden wichtige Kurse gestrichen. Es kann nicht sein, dass wir von allen beteiligten Gemeinden am meisten an die Linie zahlen und am schlechtesten erschlossen werden.

Beim «Asyl-Bus» nach Rorschach haben Sie Ihre Idee auch nicht durchsetzen können.

Hochreutener: Glauben Sie mir, wir werden weiterkämpfen für eine vernünftige Lösung, die uns mit dem Wirtschaftsraum Rorschach verbindet.

Mit der aktuellen ÖV-Situation ist man in Eggersriet unzufrieden. (Archivbild: Reto Martin)

Mit der aktuellen ÖV-Situation ist man in Eggersriet unzufrieden. (Archivbild: Reto Martin)

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