Die FDP will die SVP nicht im Arboner Stadtrat

ARBON. Wenn am 12. Mai das Stadtparlament zu seiner konstituierenden Sitzung zusammentritt, werden am Stadtratstisch im Seeparksaal Konrad Brühwiler (SVP) und Reto Stäheli (CVP) ein letztes Mal nebeneinander sitzen. Am 23.

Max Eichenberger
Drucken
Teilen
Reto Stäheli Stadtrat CVP (Bild: me)

Reto Stäheli Stadtrat CVP (Bild: me)

ARBON. Wenn am 12. Mai das Stadtparlament zu seiner konstituierenden Sitzung zusammentritt, werden am Stadtratstisch im Seeparksaal Konrad Brühwiler (SVP) und Reto Stäheli (CVP) ein letztes Mal nebeneinander sitzen. Am 23. Juni dann, wenn die Volksvertreter über die Rechnung debattieren, wird einer von ihnen den Sitz geräumt haben. Wer, darüber entscheidet das Volk am 26. April. Dann wird im zweiten Wahlgang der letzte offene Sitz in der Exekutive besetzt.

SP wirbt für die SVP

Reto Stäheli, der Vorsteher des Ressorts Bau, hatte das absolute Mehr um 69 Stimmen relativ knapp verpasst. Konrad Brühwiler, der das Ressort Einwohner und Sicherheit leitet, ist noch in Tuchfühlung. Das Rennen ist offen, was damit zu tun hat, dass neben dem Freisinnigen Andreas Balg als Stadtammann drei der vier grossen Parteien einen Sitz im Trockenen haben: Hans-Ulrich Züllig (FDP) trotzte dem parteiinternen Angriff und wurde wie Patrick Hug (CVP) wiedergewählt. Als Neuer sprengt SP-Mann Peter Gubser das Bisherigen-Duo Brühwiler/Stäheli.

Die SP tritt für Konkordanz ein; alle vier grossen Parteien sollten in der Stadtregierung vertreten sein. Sie ist für den Verbleib der SVP im Stadtrat – und daher von Konrad Brühwiler in der Exekutive. Diese Allianz der Pol-Parteien hatte Gubser vor seiner Wahl begründet; Arbon brauche alle politischen Kräfte im Stadtrat.

«Partei nicht im Vordergrund»

Jetzt hat die FDP entschieden, CVP-Mann Reto Stäheli zu unterstützen. Der Schulterschluss der Mitte-Parteien war erwartet worden. Zwei Stunden intensive Diskussion ging dem Entscheid aber voraus. «Es geht der FDP um die Unterstützung einer Person, um die strategische Positionierung innerhalb des Stadtratgremiums und nicht um die Parteizugehörigkeit», begründet Vizepräsident Cyrill Stadler. Die FDP will offenbar auch Peter Gubser in die Schranken weisen. Dessen Vorpreschen mit dem öffentlich geäusserten Anspruch auf Stähelis Ressort Bau habe bei der FDP Missfallen ausgelöst, so Stadler: «Das Resultat macht die FDP mit der Unterstützung von Reto Stäheli deutlich.»

Konrad Brühwiler Stadtrat SVP (Bild: pd)

Konrad Brühwiler Stadtrat SVP (Bild: pd)