Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Die drei Ski springenden Brüder

Ältere Städterinnen und Städter erinnern sich lebhaft an die Skispringen im Riethüsli. Und an die Zeit, als drei St. Galler in dieser sportlichen Disziplin ganz vorne mitmischten.
Ernst Ziegler

Im «St. Galler Tagblatt» vom 30. Dezember 1929 fand sich ein längerer Bericht über das «Eröffnungsspringen an der neuen Sprungschanze des Skiklubs Riethüsli». Der im April 1929 gegründete Klub hatte, wie in der «St. Galler Jahresmappe» zu lesen war, «in nächster Nähe der Stadt, bei der Haltestelle Riethüsli der Appenzeller Strassenbahn, eine künstliche Sprunganlage erbaut. Zum grossen Teil wurde die Arbeit in vielen freien Stunden von den Mitgliedern selbst geleistet, was höchste Anerkennung verdient.»

Das Eröffnungsspringen

Das Eröffnungsspringen konnte damals trotz ungünstiger Witterung, Tauwetter und drohendem Regen, durchgeführt werden. Der Berichterstatter des «Tagblatts» schrieb, die Hingabe der Klubmitglieder, «die in mühseliger Arbeit den Schnee in Säcken herbeitrugen und die Bahn immer und immer wieder instand stellten», zwinge einem grösste Achtung ab.«Die Anlage mit dem imposanten Anlaufturm präsentierte sich, soweit es bei den bestehenden Witterungsverhältnissen möglich war, in gutem Zustande. Der Schneebelag auf der Bahn war allerdings etwas dünn, aber dank aufopfernder Arbeit genügend. Die Schneebeschaffenheit liess natürlicherweise auch verschiedene Wünsche offen, der sulzige und schwere Schnee wirkte stark hemmend auf die Anlaufsgeschwindigkeit, was wiederum eine Verkürzung der Sprungweiten zur Folge hatte. Dass trotzdem ganz anständige Weiten erzielt wurden und auch Stil und Haltung vieler Springer durchaus gut zu taxieren waren, stellt den Konkurrenten das beste Zeugnis aus.»Am weitesten sprangen damals mit 27 Metern Hans Greiler vom Skiklub Riethüsli und Arnold Fintschi vom Abstinenten-Touring-Club Alpstein St. Gallen.

Ein Nachtspringen
In den folgenden Jahren wurde an der Sprunganlage viel Fronarbeit geleistet: der Anlaufturm zuerst erhöht, dann abgebrochen, eine Lichtanlage erstellt, der Bach überdeckt.Schliesslich konnte am Samstag, 22. Januar 1949, auf der Riethüsli-Schanze das erste Nachtspringen der Schweiz stattfinden. Laut Inserat startete die Schweizer Nationalmannschaft, war eine Lautsprecheranlage vorhanden und kostete der Eintritt Fr. 1.65.Das «St. Galler Tagblatt» meldete damals, es hätten sich annähernd 1800 Personen «zu diesem neuartigen und unbekannten nächtlichen Erlebnis eingefunden». Der Bericht im «Morgenblatt» vom 24. Januar lobte in herrlich journalistischer Poesie die vorbildliche Organisation, die mustergültige Sprunganlage und den Mut der «ins Bodenlose» hinausspringenden Athleten: «Die Lautsprecheranlage funktionierte ebenfalls tadellos und es darf ruhig erwähnt werden, dass Herr Métral, von Sport-Sonderegger, der sich als Sprecher in verdankenswerter Weise zur Verfügung gestellt hatte, viel zum guten Gelingen dieses sehr schönen sportlichen Anlasses beigetragen hat.»Aus der Rangliste erfahren wir, dass Andreas Däscher aus Davos mit 36 Metern am weitesten sprang. «Von den elf gestarteten Junioren fiel besonders Cecchinato Mario vom SC Riethüsli auf, der drei sauber beherrschte Sprünge von 27, 29 und 31,5 m hinterlegte.»

Skispringendes Brüdertrio
Ende Januar 1960 wurde das «Skispringer-Brüdertrio» in einem Schweizer Wochenblatt in Wort und Bild vorgestellt: Mario, Marco und Toni Cecchinato, die damals «zu den besten Skispringern unseres Landes» gehörten. Die Cecchinatos wohnten «etwas abseits auf der Watt oberhalb der Stadt St. Gallen» (an der Wattstrasse 24). Das Haus hatte der Vater, Mario Cecchinato, gekauft, der selber ein begeisterter Skispringer und 25 Jahre lang Schanzenmeister im Riethüsli gewesen war. In der Familie Cecchinato soll gemäss Wochenblatt die Zahl drei eine grosse Rolle gespielt haben: «Dreimal gewann das Trio die Ostschweizerische Meisterschaft, dreimal gewann Toni das Üetliberg-springen und dreimal gab es Beinbruch, nämlich bei jedem Bruder einmal.»
Die Unterlagen und Fotos zur Sprungschanze im Riethüsli wurden Stadtarchivar Ernst Ziegler von Mario Cecchinato zur Verfügung gestellt. Die beiden trainierten ab 1971 während vielen Jahren im Judo-Club St. Gallen zusammen. Bei Mario Cecchinato kam zum im Text erwähnten Beinbruch beim Skispringen noch einer dazu: beim Judo ...

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.