Die doppelte Vanessa

Nach dem Abbild einer Rheintaler Schülerin entstand die Statue Vanessa. Sie verleiht dem abgeschlossenen Neubau der Kantonsschule Heerbrugg Glanz. Auch andere Mittelschulen im Kanton St. Gallen sollen demnächst erneuert werden.

David Scarano
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Das Modell und die Statue: Vanessa Gschwend und die fünf Meter hohe Statue von Alex Hanimann. (Bild: David Scarano)

Das Modell und die Statue: Vanessa Gschwend und die fünf Meter hohe Statue von Alex Hanimann. (Bild: David Scarano)

HEERBRUGG. Vanessa, die Kantischülerin, und Vanessa, die Statue – beide standen gestern im Mittelpunkt der offiziellen Übergabe des Neubaus der Kantonsschule Heerbrugg. Vanessa aus Fleisch und Blut heisst mit Nachnamen Gschwend. Sie hat im Sommer am selbigen Ort die Matura abgeschlossen. Die 18jährige Jus-Studentin aus St. Margrethen stand Modell für Vanessa, die Statue aus poliertem Chromstahl. Ausgewählt wurde sie, weil sie wie «eine typische Kantischülerin aussieht». Im Gesicht erkennt sich Vanessa Gschwend nicht unbedingt wieder, in der Haltung hingegen schon. «Natürlich bin ich stolz auf die Statue», sagt sie.

Geschaffen hat das fünf Meter hohe Werk der St. Galler Künstler Alex Hanimann. Er sagt, die Statue sei eine Mischung aus Realität und Science-Fiction («Terminator»), also Zukunft. Für Kantonsbaumeister Werner Binotto symbolisiert sie den wahren Kern: Eleven seien «das tragende Element jeder Schule».

Zweite Bauetappe folgt

Vanessa, die Statue, steht in der Eingangshalle und begrüsst in Bälde die Schüler. Nach Abschluss der ersten, dreijährigen Bauetappe stehen nun die Umzugsarbeiten an. Der Unterricht in den neuen Räumlichkeiten startet nach den Frühlingsferien. Die Handwerker ziehen jedoch nicht ab. In den kommenden Monaten wird in einem zweiten Schritt der bestehende Westtrakt saniert. Im Januar 2014 dürften die Rheintaler Schüler auch diese Klassenzimmer beziehen. Umbau und Sanierung kosten den Kanton 65 Millionen Franken. Durch den Neubau erhöht sich die Nutzfläche für die 600 Schüler um 2300 Quadratmeter; die akuten Platzprobleme können so behoben werden.

Zuerst Sargans, dann Wattwil

Nach der Erweiterung und Sanierung der Kanti Heerbrugg sollen demnächst weitere Mittelschulen erneuert werden: In den kommenden Monaten gelangt gemäss Christoph Mattle, Leiter Amt für Mittelschulen, die Botschaft für die Sanierung und Erweiterung der Kantonsschule Sargans in den Regierungsrat; Kostenpunkt: rund 50 Millionen Franken. Die Volksabstimmung findet frühestens Ende 2014 statt, die Bagger fahren voraussichtlich 2016 auf.

So weit ist das kantonale Baudepartement bei der ebenfalls arg sanierungsbedürftigen Kantonsschule Wattwil – der zweitgrössten im Kanton – noch nicht. Laut Werner Binotto wird die Regierung den Grundsatzentscheid über die Erweiterung und Sanierung im zweiten Semester fällen. Im Anschluss folgt der Projektwettbewerb. Im Finanzplan sind 60 Millionen Franken für das Projekt vorgesehen.

Übrigens: Der Kanton als Auftraggeber lehnt eine Reproduktion der Statue Vanessa ab. Im vergangenen Jahr wurde diese in Zürich an der Ausstellung «Art and the City» gezeigt. Sie fand so grossen Anklang, dass sich Sponsoren eine Vanessa 2 für den Neubau der Zürcher Hochschule der Künste wünschten. Alex Hanimann wird nun eine ähnliche Statue gestalten – nach dem Abbild einer Zürcher Studentin.