Die Cliquenfasnacht ist gerettet

RORSCHACH. Die Rorschacher Cliquenfasnacht ist haarscharf dem Untergang entgangen: In letzter Minute haben sich drei weitere Gruppen bei Organisatorin Bea Mauchle angemeldet. Unter ihnen auch Schatzsucherin Barbara Camenzind als Piratin.

Lea Müller
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Als Piratin wird Barbara Camenzind (links) auf der Bühne stehen. Organisatorin Bea Mauchle ist froh, dass die Cliquenfasnacht doch stattfindet. (Bild: Lea Müller)

Als Piratin wird Barbara Camenzind (links) auf der Bühne stehen. Organisatorin Bea Mauchle ist froh, dass die Cliquenfasnacht doch stattfindet. (Bild: Lea Müller)

Bea Mauchle ist erleichtert. Und überrascht. Nie hätte sie erwartet, dass das drohende Aus für die Cliquenfasnacht (Tagblatt vom 8. Dezember) die Bevölkerung in der Hafenstadt so beschäftigen würde. «Ich hatte unzählige Anrufe», erzählt die Organisatorin. Mit der Cliquenfasnacht wäre eine offenbar beliebte Tradition in Rorschach gestorben. Doch zum Glück komme nun alles anders, betont sie. In der Zwischenzeit hätten sich nämlich drei weitere Cliquen angemeldet.

Randständig oder anständig?

Schatzsucherin Barbara Camenzind tritt zusammen mit ihrem Mann Markus Kluibenschädl als «Piratinnen@Anker» auf. Erstmals an der Cliquenfasnacht beteiligen will sich auch das Männer-Duo «Die (R)an(d)ständigen». Wer dahintersteckt, darf Bea Mauchle noch nicht verraten. Die beiden wollen die Gerüchteküche noch brodeln lassen.

Nebst den beiden gesetzten Gregor Turnherr alias C. Bleichi und Bruno Zürcher alias Bruno Zürcher hat sich Bea Wüthrich aus Goldach – etwas verspätet – wieder angemeldet. Unter welchem Namen ihre Clique auftritt, ist noch offen. Musikalische Schützenhilfe erhalten die fünf Cliquen von den «Faltäfäger». Ausserdem ist Bea Mauchle mit der «Postguggä» und dem «HGQ Hochgebirgsquintett» im Gespräch.

Piratinnen im Hotel Anker

Mit träfen Sprüchen werden die spitzzüngigen Cliquen im Februar so manchen verdeckten Skandal und manches lustiges Malheur ans Tageslicht bringen. Für Barbara Camenzind bedeutet die Fasnachtsbühne Neuland. Als Sängerin und Musikerin ist sie sich zwar gewohnt, im Rampenlicht zu stehen. Als Jugendliche war sie ausserdem begeisterte Zuhörerin der Rorschacher Cliquen. Doch selber mitzumischen, kam nie in Frage. Bis jetzt. «Als ich hörte, dass die Cliquenfasnacht auf der Kippe steht, sagte ich zu», erzählt Barbara Camenzind und begründet lachend: «Ich will doch C. Bleichi nicht den Spass verderben.» Mit ihm führe sie seit der vergangenen Cliquenfasnacht ein lustiges Wortgefecht auf Blogs und im Facebook. «Nun kann ich zu ihm in die Lehre», sagt Barbara Camenzind augenzwinkernd. Denn in träfen Sprüchen müsse sie schon noch etwas üben.

Zusammen mit ihrem Mann Markus Kluibenschädl und einer befreundeten Musikerin bildet die Schatzsucherin eine Piratinnen-Clique. «Seeräuber-Jenny», «Totenkopf-Lilly» und «Madame Haifisch» – mit den längsten Frauenbeinen der Hafenstadt – treten als Geister des Hotels Anker auf.

In fünf Restaurants unterwegs

Welche Prominenten und Politiker der Hafenstadt sich warm anziehen müssen, verraten die Piratinnen noch nicht. Doch so viel: Als Schatzsucherin hat Barbara Camenzind auch manchen «Zündstoff» in der Hafenstadt entdeckt. Zu sehen und zu hören sind die Cliquen und Guggen am Samstag, 18. Februar, in fünf verschiedenen Restaurants: Englers am See, Mariaberg, Rheinfels, Stadthof und Café Schnell. In letzterem haben sich die Organisatoren rund um Roland Bättig eingemietet. Reservationen nimmt er unter conil@bluewin.ch entgegen. In den anderen Restaurants kann direkt reserviert werden.