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Die Bohranlage ist unterwegs nach St.Gallen

ST.GALLEN. Das Geothermie-Projekt der Stadt St.Gallen wird konkret: Dieser Tage wird die Bohranlage von Deutschland in die Ostschweiz gefahren und im Sittertobel aufgebaut. Ab dem 4. März soll bis zu 4500 Meter tief gebohrt und heisses Wasser an die Oberfläche gepumpt werden.
Der zuständige Stadtrat Fredy Brunner. (Bild: Archiv/Reto Martin)

Der zuständige Stadtrat Fredy Brunner. (Bild: Archiv/Reto Martin)

Rund 100 Sattelschlepper befördern die Bohranlage gegenwärtig von Celle in Norddeutschland in die Ostschweiz. In Celle hat die Firma ITAG Tiefbohr GmbH ihren Sitz. Das Unternehmen bohrt in St.Gallen im Auftrag der Stadt, wie Stadtrat Fredy Brunner am Mittwoch vor den Medien sagte. Rund 20 ITAG-Mitarbeitende werden sur place sein.

Erfolgreiche Bergbau-Experten
Das Unternehmen bohrte bis heute für 14 Erdwärme-Projekte in Deutschland, wie ITAG-CEO Joachim Büchner auf Anfrage sagte. Bei all diesen Vorhaben konnte soviel heisses Wasser gefördert werden, dass es für den Betrieb eines Fernwärmenetzes reichte; für die Produktion von Strom reichte die Erdwärme aber nicht jedesmal aus.

Büchner wie Brunner sind zuversichtlich, dass auch in St.Gallen genügend heisses Wasser gefördert werden kann; seismische Messungen sind der Grund für ihre Zuversicht. Das Ziel ist, pro Sekunde 50 Liter 140 bis 150 Grad heisses Wasser zu fördern. Dann sind der Betrieb eines Fernwärmenetzes und die Produktion von Strom möglich.

60-Meter-Bohrturm
Der Bohrturm, der im Sittertobel aufgebaut wird, wird knapp 60 Meter hoch sein. Gebohrt wird in vier Sektionen. Bis zu einer Tiefe von 1000 Meter hat das Bohrloch 58 Zentimeter Durchmesser. Der Durchmesser des Bohrlochs reduziert sich bis 4500 Meter; ganz unten hat das Mantelstahlrohr noch knapp 18 Zentimeter Durchmesser.

Für die Bohrung der ersten Leitung rechnen die Spezialisten mit rund 100 Tagen. Danach werden Pumptests gemacht. Anfang Juli sollte Klarheit bestehen, ob heisses Wasser in benötigter Menge und Temperatur an die Oberfläche gepumpt werden kann. Im Erfolgsfall werden die Bohrrohre später automatisch zu Produktionsleitungen. Für den Fall eines Scheiterns hat die Swissgrid eine Bohrlochrisiko-Garantie von 24 Millionen Franken gesprochen.

160-Millionen-Projekt
Ursprünglich sollte Ende 2011 mit den Bohrungen begonnen werden. Wegen Einsprachen gegen die Ausschreibung des Bohrauftrags und weil der Bohrturm nicht frei war, gab es Verzögerungen. «Doch jetzt geht's los», sagte Fredy Brunner. Er hofft, dass rechtzeitig zum Openair im Sittertobel eine Dampfwolke von heissem Wasser zeugt. Wenn alles klappt, sollen mittelfristig bis zur Hälfte der Gebäude in der Stadt St.Gallen umweltfreundlich mit Geothermie geheizt werden. Die Tiefenbohrungen und der Bau des Kraftwerks kosten 76 Millionen, der Ausbau des Fernwärmenetzes 83 Millionen Franken. Die Stimbürger sagten 2010 deutlich Ja zu einem 159-Millionen-Kredit. (sda)

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