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Die Blumen fehlen noch immer

Die Innenstadt besticht durch vieles, aber nicht durch üppigen Blumenschmuck. Nicht zuletzt mit der Neugestaltung des Gallusplatzes sind weitere Blumen verschwunden. Die Stadt versprach Besserung – bis jetzt allerdings ohne Ergebnis.
Elisabeth Reisp
Seit seiner Sanierung präsentiert sich der Gallusplatz ganz bewusst als leer und freie Fläche. Den einen gefällt's so, andere vermissen die Blumen. (Bild: Hanspeter Schiess)

Seit seiner Sanierung präsentiert sich der Gallusplatz ganz bewusst als leer und freie Fläche. Den einen gefällt's so, andere vermissen die Blumen. (Bild: Hanspeter Schiess)

Ob Blumenschmuck an Hauswänden oder in Kisten auf öffentlichen Plätzen tatsächlich noch dem Zeitgeist entsprechen, ist eine Frage, die Geister oder zumindest die Generationen scheidet. Ältere St. Galler vermissen den üppigen Blumenschmuck, der vor 30 Jahren noch vor jedem Fenster blühte. Heute stehen nur noch bei vereinzelten Häusern Geranienkisten auf den Simsen. Selbst das Amtshaus setzt auf eine Fassade frei von Blumen. Die Mitarbeiter hätten die Blumen vor ihren Bürofenstern nicht verlässlich gegossen, daher sei man davon abgekommen, hiess es vor zwei Jahren in einem Zeitungsartikel. Darin wurde auch erwähnt, dass die Stadt regelmässige Beschwerden von Leuten erhalte, die mehr Blumen in der Innenstadt wünschten. Man werde der Sache nachgehen, hiess es. Was ist aus dem Versprechen geworden?

Es gibt ein Konzept, aber…

Es gibt ein Konzept für Blumenschmuck in der südlichen Altstadt, bestätigt Stadtingenieur Beat Rietmann auf Anfrage. Es sei aber vorerst auf Eis gelegt. Denn in der Zwischenzeit sei eine Arbeitsgruppe zur Belebung der südlichen Altstadt ins Leben gerufen worden. Das Blumenkonzept in die Praxis umzusetzen, bevor klar ist, was die Arbeitsgruppe für die Belebung der südlichen Altstadt beschliesst, mache wenig Sinn, sagt Rietmann.

Mit anderen Worten: Vorerst wird sich also nichts am Ist-Zustand ändern. Eine Altstadt ohne Blumen ist jedoch kein Zeichen von Nachlässigkeit. Ein leerer Gallusplatz war das geplante Ziel. Damit sollte Raum geschaffen werden. Bewusst wurde auch mit der Möblierung sparsam umgegangen. Lediglich eine lange Bank an der Nordseite des Platzes lädt zum Verweilen ein. An schönen Sommertagen kann er längst nicht alle Sonnenanbeter aufnehmen. Gerade über Mittag suchen aber viele Schüler und Berufstätige gerne den Gallusplatz auf. Mangels Platz verspeisen sie ihr Mitgebrachtes auf der Mauer zur Flade hin. Zumindest jene, die da rauf kommen. Älteren Semestern bleibt die Hoffnung auf ein Plätzchen auf der XXL-Bank oder auf der Bank unter der stattlichen Linde. Auch auf Blumentöpfe, Signalisationen oder die alte Telefonkabine wurde verzichtet.

Andere Städte feiern die Blumen

Der Blumenschmuck findet aber auch Freunde und diese setzen sich für ihn ein. Etwa der städtische Gärtnerverein, der jährlich einen Wettbewerb für den schönsten Fassadenschmuck in St. Gallen durchführt. Gegen 80 Blumenliebhaberinnen und Blumenliebhaber aus der ganzen Stadt nehmen jeweils daran teil. Doch es werden weniger. Vielen wird der Aufwand zu gross.

Andere Städte kennen das gleiche Problem, gehen aber anders damit um. Die Stadt Bern etwa führt jeden April einen Geranienmarkt durch. Auf der Homepage der Berner Märkte wird explizit zum Pflanzen von Geranien aufgerufen: Sie erfreuten Anwohner und die Gäste von nah und fern. In diesem Jahr wird die Bundeshauptstadt gar zur «Geranium City», von April bis September bieten Museen und der botanische Garten verschiedene Veranstaltungen zu diesem Thema an.

Doch bloss ein Papiertiger

Wie es in St. Gallen weitergeht, bleibt abzuwarten. Zuerst muss klar sein, was die Arbeitsgruppe unter der Federführung der Standortförderung sich zur Belebung der südlichen Altstadt einfallen lässt. Bis dahin bleibt das Blumenkonzept in der Schublade. Es ist zu hoffen, dass er dort nicht bleibt und so zum Papiertiger verkommt.

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