Die Blechpolizisten rentieren

St.GALLEN. Heute bekommt die Stadtpolizei eine neue semistationäre Radaranlage. Es ist ihre dritte. Die Stadtpolizei teilt im Gegensatz zur Kantonspolizei nicht mit, wann und wo sie mit diesen Anlagen Kontrollen macht. Nicht präzise.

Daniel Wirth
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Eine von heute noch fünf fix installierten Radaranlagen der Stadtpolizei steht beim Schulhaus Spelterini an der Sonnenstrasse. (Bild: Hanspeter Schiess)

Eine von heute noch fünf fix installierten Radaranlagen der Stadtpolizei steht beim Schulhaus Spelterini an der Sonnenstrasse. (Bild: Hanspeter Schiess)

Heute tritt ein neuer Blechpolizist seinen Dienst bei der Stadtpolizei an. Es ist der dritte, der semistationär eingesetzt werden kann. Während die Kantonspolizei neu bekannt gibt, wo sie mit diesen Anlagen Geschwindigkeitskontrollen durchführt (Ausgabe von gestern), verzichtet die Stadtpolizei im Moment noch ganz darauf, wie Dionys Widmer, Sprecher der Stadtpolizei gestern auf Anfrage sagte. In Zukunft gibt die Stadtpolizei auf ihrer Homepage aber bekannt, wo sie ständig mit fix installierten Anlagen Kontrollen durchführt und wo sporadisch mit semistationären «Kästen». Die fünf fix montierten Messgeräte der Stadtpolizei befinden sich an der Kreuzung Heiligkreuz, an der Langgasse auf Höhe Splügenstrasse, an der Kreuzung Neudorf, an der Teufenerstrasse auf Höhe Oberstrasse und an der Sonnenstrasse beim Schulhaus Spelterini. «Auf dem Blumenbergplatz haben wir im vergangenen Jahr eine fixe Radaranlage demontiert», sagte Widmer. Als Ersatz sei die dritte semistationäre Anlage angeschafft worden.

An zehn Orten einsetzbar

Von den drei semistationären Anlagen der Stadtpolizei können zwei lediglich an zehn Standorten in der Stadt aufgebaut werden. «Sie brauchen vorinstallierte Anschlüsse», sagte Dionys Widmer. Die neueste Generation dieser Anlagen sei auch an weiteren Standorten einsetzbar. Wo sich diese zehn Standorte für semistationöre Radaranlagen befinden – das will die Stadtpolizei gemäss ihrem Sprecher in den nächsten Wochen online auf ihrer Homepage aufschalten. Das heisst für die Verkehrsteilnehmer aber nicht, dass dort die Geschwindigkeit der Fahrzeuge gemessen wird, sondern lediglich, dass von der Stadtpolizei eine Kontrolle durchgeführt werden könnte. «Wir gehen mit unserer Information nicht ganz so weit wie die Kollegen von der Kantonspolizei», sagt Widmer. Diese Art der Kommunikation habe das Kommando beschlossen, das Konzept werde jetzt umgesetzt.

Getarnt als parkiertes Auto

Keinerlei Informationen gibt es im Voraus zu Kontrollen mit mobilen Geschwindigkeitsmessgeräten, von denen die Stadtpolizei St. Gallen zwei besitzt. Eines dieser Geräte ist eine Art Laserpistole, die eine Patrouille mit sich führt und beispielsweise das Tempo eines Autos misst, das verfolgt wird. Das andere mobile Messgerät befindet sich in einem Auto, das die Stadtpolizei überall abstellen kann und das von den Verkehrsteilnehmern in der Regel nicht als Radaranlage wahrgenommen wird. Dionys Widmer macht kein Geheimnis aus dem Geschwindikgeitsmess-Equipment der Stadtpolizei. Und er sagt auch, wie viel Geld die Stadt mit ihren «Blechpolizisten» einnimmt.

Ein Prozent des Etats

Für das Jahr 2013 hat die Stadt Bussen aus Geschwindigkeitskontrollen von 5,8 Millionen Franken budgetiert, wie Widmer sagt. Eingenommen hat sie tatsächlich 6,34 Millionen Franken, was ziemlich genau einem Prozent des Haushalts der Stadt mit ihren gut 70 000 Einwohnern entspricht.

Für 2014 rechnen die Finanzexperten der Stadt mit Einnahmen von 6,2 Millionen, die durch die «Blechpolizisten» erwirtschaftet werden. Auch wenn sie zur Sicherheit «blitzen», rentabel sind die «Blechpolizisten» obendrein. • OSTSCHWEIZ 19