«Die beiden Unfälle waren Zufall»

Nachgefragt

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Am Montagnachmittag stürzte eine 16-Jährige bei der Burgruine Ramschwag in Häggenschwil ab (Ausgabe von gestern). Bereits im März stürzte bei der Ramschwag ein 26-Jähriger 40 Meter in die Tiefe. Gemeindepräsident Hans-Peter Eisenringüber den jüngsten Vorfall und die geplante Sanierung des Kulturgutes.

Innert Monaten hat sich schon der zweite Unfall bei der Ruine ereignet. Woran liegt es?

Das ist Zufall, reiner Zufall. In den vergangenen 60 Jahren ist meines Wissens nie etwas Ernsthaftes passiert. Das ist mir bekannt, weil ich in nächster Nähe der Ruine aufgewachsen bin. Wenn man aber in Sandalen dem ins Tobel gefallene Handy nachspringt, ist das natürlich sehr gefährlich. Sobald die Jungen ihr Handy verlieren, verlieren sie leider auch ihre Vernunft. Das Mädchen wie auch der junge Mann hatten riesiges Glück. Es hätte viel schlimmer ausgehen können. Ich hoffe, dass sich das Mädchen bald von den Strapazen erholt und genest.

Die Gemeinde als Besitzerin der Burgruine hat ja Pläne, diese zu sanieren. Wie ist der aktuelle Stand?

Das Konzept liegt inzwischen auf meinem Pult. Unser Ziel ist es nach wie vor, möglichst bald mit der Sanierung beginnen zu können. Noch aber braucht es vertiefte Abklärungen und verschiedene Gespräche. Dazu ist dem Gemeinderat auch die Kommunikation mit der Bürgerschaft ein wichtiges Anliegen.

Würden sich solche Unfälle durch die Sanierung überhaupt verhindern lassen?

Diese Art von Unfällen nicht, nein. Bei der Sanierung geht es aber auch um die Sicherheit und darum, dass sich keine Steine lösen können und auf Personen herabfallen. Es ist uns ein Anliegen, die Burg langfristig erhalten zu können. Und das ist nur möglich mit einer Sanierung. Schliesslich handelt es sich bei der Burgruine Ramschwag um die grösste und besterhaltene Burg im Raum Wil bis Bodensee.

Ist die Burg denn womöglich zu wenig gesichert?

Es hatte nie Zäune bei der Ruine, und es sind auch keine geplant. Es ist schlicht unmöglich, alles abzusichern. In all den Jahren wurden auf der Burg schon so viele Veranstaltungen durchgeführt – passiert ist kaum etwas Ernsthaftes. Ich hoffe sehr, dass es bei den beiden Vorfällen bleibt. Hin und wieder mussten allerdings Hunde befreit werden, die ins Innere der Burgruine gefallen sind.

Die Bergung der Jugendlichen und jene des jungen Mannes waren beide äusserst aufwendig.

Ja, das stimmt. Es war schon sehr eindrücklich, wie das Einsatzkommando mit den verschiedenen Rettungsfahrzeugen aufgefahren ist. Der Notruf erreichte die Polizei just in dem Moment, als ihnen Kinder im Rahmen des Ferienspasses Wittenbach-Muolen-Häggenschwil über die Schultern schauten.

Was muss man beachten, wenn man die Ruine besichtigen will?

Man sollte einfach vorsichtig sein, besonders auch Familien mit Kindern. Wobei Kinder aber viel besser aufpassen, als Eltern glauben. Wenn man aber rumblödelt oder womöglich zu viel Alkohol getrunken hat, kann es ein böses Ende nehmen. (ad)