Die Baufachfrau mit dem Blick von aussen

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Die 38-jährige Vera Tettamanti kandidiert ohne Partei im Rücken für den Horner Gemeinderat. (Bild: Linda Müntener)

Die 38-jährige Vera Tettamanti kandidiert ohne Partei im Rücken für den Horner Gemeinderat. (Bild: Linda Müntener)

Horn Eigentlich wollte Vera Tettamanti erst im Jahr 2019 für den Horner Gemeinderat kandidieren. Doch dann stand nur ein Kandidat auf der offiziellen Liste des 21. Mai. «Das darf nicht sein», dachte sich Vera Tettamanti und warf ihre Pläne über Bord. Sie fordert Renato Forster heraus. Ohne Partei im Rücken, ohne Beziehungen in die Behörde. Die 38-Jährige will den Hornerinnen und Hornern eine Auswahl bieten. Und etwas in den Rat einbringen, was diesem noch fehle.

Vera Tettamanti ist Bauingenieurin. In ihrem Beruf hat sie an etlichen Hochbauten mitgewirkt und Bauingenieure weltweit ausgebildet. Derzeit ist sie mit einem 60-Prozent-Pensum im tech­nischen Marketing eines Grosskonzerns tätig. Damit bringt sie Wissen und Fertigkeiten mit, das den Rat ihrer Meinung nach ideal ergänzen würde. Würde ihr Mitbewerber gewählt, sässen zwei Juristen, zwei Finanzfachleute und eine Unternehmerin im Rat.

«Überlegtes Bauen ist immer gut», sagt die Bauingenieurin und lacht. Sie befürwortet eine rege Bautätigkeit, davon profitiere eine Region, eine Gemeinde und das Gewerbe. Für die Horner Uferzone hat sie schon Ideen. Ein grosses Anliegen ist ihr die Nachhaltigkeit. Die Parteilose spricht sich klar für die Energiestrategie 2050 des Bundes aus. «Denn so wie jetzt darf es nicht weiter­gehen.» Der Atomausstieg sei unerlässlich. «Er darf uns auch etwas kosten.»

Vera Tettamanti wohnt mit ihrem Partner und den beiden schulpflichtigen Kindern seit sieben Jahren an der Gartenstrasse. Sie habe schnell Kontakte geknüpft und fühle sich sehr wohl. «Man wird hier willkommen geheissen, egal woher man kommt. Das schätze ich.» Dass sie als «Zu­gezogene» keine Ur-Hornerin ist, sieht Vera Tettamanti nicht als Nachteil. «Ein Blick von aussen tut manchmal gut.» Der Horner Gemeinderat mache ­vieles richtig. Bei der Zusammenarbeit von Schulbehörde und Gemeinderat sieht sie allerdings Nachholbedarf. Dass die Kommunikation zwischen den Gremien besser sein könnte, habe man an den Bürgerversammlungen gespürt. «Schule und Gemeinde müssen an einem Strang ziehen», sagt Tettamanti. Dafür will sie sich einsetzen.

Der Sitz im Gemeinderat reizt sie nicht nur wegen der interessanten Dossierarbeit. Probleme angehen, Lösungen finden, Bürgern auf Augenhöhe zuhören: «Das entspricht mir.» (lim)