Die Aussichten sind sonnig

Auch im dritten und abschliessenden Teil der Wirtschaftsumfrage zeigt sich, heimische Industrieunternehmen sind gut durch die Krise gekommen, weil sie trotz Sparübungen die Entwicklung neuer Technologien nicht vernachlässigt haben.

Rudolf Hirtl
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Sardinien ist ein echter Hingucker – seit 15 Jahren bietet High-Life-Reisen diese Feriendestination mit Abflug ab dem Airport in Altenrhein an. (Bild: High-Life)

Sardinien ist ein echter Hingucker – seit 15 Jahren bietet High-Life-Reisen diese Feriendestination mit Abflug ab dem Airport in Altenrhein an. (Bild: High-Life)

region am see. Dreizehn der grössten hier ansässigen Industrie- und Gewerbeunternehmen äussern sich in der Tagblatt-Umfrage (siehe auch Ausgaben vom 7. und 8. Januar), die damit durchaus einen repräsentativen Charakter bekommt. Auch Urs Dätwyler, Mitinhaber der Computechnic AG in Rorschacherberg blickt nach der Erholung 2010 optimistisch in die Zukunft. «Zwar sind die Zahlen nach wie vor auf dem Niveau vom 2009, seit Mitte 2010 zeigt der Trend aber eindeutig aufwärts und wir haben wieder einen soliden Level erreicht.»

Arbeitsplätze erhalten

Kurzarbeit sei ein wichtiges Mittel gewesen, um die Arbeitsplätze erhalten zu können. Zwar sei der administrative Aufwand dazu enorm, doch übers Ganze betrachtet sei Kurzarbeit ein sehr gutes Instrument, um durch die Krise zu kommen. Laut Dätwyler war die Entwicklungsabteilung besser ausgelastet als die Produktionsbereiche (Schaltschrankbau, Gerätebau, SMD-Bestückung). «Es ist für uns enorm wichtig, technologisch auf dem neusten Stand zu bleiben. Schliesslich erwarten unsere Kunden, dass sie mit uns einen Top-Partner für Entwicklung und Produktion ihrer Steuerungen haben – wir wären schnell <weg vom Fenster>, wenn wir hier anfangen zu sparen.» Der Computechnic-Geschäftsgang ist eng mit dem «Gesundheitszustand» der Kunden verknüpft. Die meisten aus den Branchen Textil, Papier, Verpackung, Metall, Kommunikation oder Fotografie hätten die Erholung ebenfalls gespürt. Die Euro- und Dollarschwäche verschlechtere jedoch die Wettbewerbsposition im Ausland. Die sinkenden Preise könnten nur zu einem kleinen Teil durch günstiger gewordene Importe kompensiert werden. Ausserdem seien die Personalkosten ja an den Schweizer Franken gebunden.

Neubauprojekt im Köcher

Computechnic hat die Wirtschaftskrise genutzt, um technologisch weiterzukommen, aber auch die Anstrengungen erhöht, um neue Kunden zu finden. «Beides ist uns gelungen», sagt Dätwyler, «so sind wir gut aufgestellt fürs 2011. Wir gehen davon aus, dass sich der positive Trend des zweiten Halbjahrs 2010 fortsetzt und sich die Wirtschaft weiter erholt. Der Level der Jahre 2007/ 2008 wird nach unserer Einschätzung nicht so schnell wieder erreicht werden. Darauf sind wir aber auch nicht angewiesen. Und wenn der Platzbedarf an unserem Standort dann doch schneller als erwartet steigt: Für diesen Fall haben wir ein Neubauprojekt im Köcher, das schnell realisiert werden kann.»

Innovativ und sozial

«2010 war für uns ein sehr spannendes Jahr. In der ersten Hälfte haben wir die allgemeine Wirtschaftskrise vor allem bei überregionalen Kunden deutlich gespürt. In den letzten Monaten hat das Geschäft aber deutlich angezogen und wir konnten ein Plus von mehr als 5 Prozent verbuchen», sagt Matthias Schmid, Geschäftsführer der Goldacher Schmid-Fehr AG. Als Full-Service–Anbieter, von der Datenaufbereitung über den Druck, die Weiterverarbeitung bis zum Lettershop, verfüge die Firma über ein Know-how und eine Flexibilität wie kaum ein anderer Anbieter. Die Versände – monatlich bis zu 300 000 Produkte – erfolgen bei Schmid-Fehr innerhalb der Schweiz – aber zunehmend auch weltweit. «Gerade hier konnten wir uns ein sehr grosses Know-how erarbeiten. Zusammen mit dem <normalen> Offset- und Digitaldruck bieten wir ein extrem breites Spektrum an.»

Ins Jahr 2011 schaut Matthias Schmid kritisch positiv. «Unsere Position im Markt ist sicher gut, vor allem durch die Qualifikation und Motivation unserer Mitarbeiter. Herausforderungen stellen sich durch den Euro-Kurs.» Die Region am See bezeichnet Schmid als eine optimale Mischung von Lebensqualität und verkehrstechnischer Infrastruktur, bei doch naher Anbindung an das Schweizer Wirtschaftszentrum Zürich. «Das Dreiländereck wird uns – nach Beruhigung der Währungsturbulenzen – auch wieder neue Chancen bieten.» Das Unternehmen will er mit Innovationen und sozialem Engagement weiterentwickeln. Dabei solle insbesondere der Miteinbezug der Mitarbeiter verstärkt werden. «Wir planen zudem, in neue Märkte vorzudringen.»