Die Ausbildung soll auch fruchten

Im Nachwuchsbereich ist der SC Wittenbach stark. Doch viele Schwimmer hören nach der Juniorenzeit auf. Der Regionalkadertrainer Gabriel Schneider will das ändern und den Elite-Sport in St. Gallen stärker fördern.

Raya Badraun
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«St. Gallen ist bisher nur eine Ausbildungsregion», sagt Gabriel Schneider. Dies möchte der Nachwuchstrainer des SC Wittenbach in Zusammenarbeit mit anderen Vereinen ändern. (Bild: Urs Bucher)

«St. Gallen ist bisher nur eine Ausbildungsregion», sagt Gabriel Schneider. Dies möchte der Nachwuchstrainer des SC Wittenbach in Zusammenarbeit mit anderen Vereinen ändern. (Bild: Urs Bucher)

SCHWIMMEN. Im Nachwuchsstützpunkt von Swiss Swimming in Wittenbach trainieren 120 bis 130 Buben und Mädchen. Zehn von ihnen gehören dem Regionalkader an, wo sie versuchen, den Sprung ins Nationalkader zu schaffen. Die Zahlen klingen gut, doch eine erfolgreiche Zukunft des Ostschweizer Schwimmsports garantieren sie nicht. Denn viele Schwimmerinnen und Schwimmer hören im Alter von 16 oder 17 Jahren mit dem Leistungssport auf. «Etwa die Hälfte der Lizenzen gehen zu diesem Zeitpunkt verloren», sagt Gabriel Schneider, Regionalkadertrainer und Cheftrainer des Nachwuchsstützpunktes. Der Grund sind die wenigen Ausbildungsangebote für Spitzensportler in der Region. In der Oberstufe besuchen die Schwimmer des Regionalkaders die Talentschule in Wittenbach oder St. Gallen. So haben sie neben dem Unterricht genug Freiraum, um zu trainieren. «Durch dieses Angebot ist die Motivation viel grösser», sagt Schneider. Die Schwimmer werden entlastet und die Priorität liegt auf dem Sport. Seit das Angebot im August 2013 in Wittenbach ins Leben gerufen wurde, sei die Anwesenheit im Training grösser geworden.

«Nur wenig Spielraum»

Nach der Oberstufe wird es jedoch schwierig, Sport und Ausbildung unter einen Hut zu bringen. Um an der Spitze mitschwimmen zu können, müssen die Athleten ab 18 Jahren, die Athletinnen ab 16 Jahren, acht bis neun Trainingseinheiten pro Woche absolvieren. «In der Kantonsschule haben die Schwimmer jedoch nur wenig Spielraum», so Schneider. An der United School of Sports können Nachwuchssportler zwar die Kaufmännische Ausbildung absolvieren, flexible Lehren in anderen Berufen fehlen jedoch.

Beissen die ehrgeizigen Schwimmer dennoch durch, verlassen viele nach der Matura die Region, um zu studieren. Er verstehe das, sagt Schneider. «Doch die Schwimmer werden leider nicht durch solche ersetzt, die in St. Gallen studieren und trainieren. Nichts kommt zurück.» Dafür fehle der nötige Ruf als Schwimmsport-Stadt, aber auch das Angebot. Die HSG bietet zwar an drei Tagen pro Woche Trainings an, dies sei für einen Spitzenschwimmer jedoch zu wenig. Dazu kommt, dass ein Gefäss für ältere Athleten fehlt. Im Nachwuchsstützpunkt in Wittenbach werden Schwimmer nur bis zu ihrem 20. Lebensjahr betreut. «Deshalb ist St. Gallen bisher nur eine Ausbildungsregion», so Schneider. Dies möchte er nun ändern.

Stärkere Zusammenarbeit

In den kommenden Jahren will Schneider ein Team für Elite-Schwimmer aufbauen. Dies gehe jedoch nur in Zusammenarbeit mit anderen Vereinen. «Alleine stösst man schnell an Grenzen, zusammen hat man viel mehr Kapazität», sagt Schneider. So trainieren im Schwimmbad Blumenwies in St. Gallen zurzeit drei verschiedene Vereine. Diese möchte Schneider nicht verdrängen, sondern besser mit ihnen zusammenarbeiten. Es geht dabei auch um die Frage, was ein Club alles bieten kann. Viele würden gerne Leistungssport anbieten, so Schneider. «Dies können die meisten jedoch nicht mit letzter Konsequenz. Zudem fehlt oft die nötige Konkurrenz im Verein.» Momentan laufen die Gespräche.

Mit einigen Schwimmclubs läuft bereits eine Zusammenarbeit. So kann Schneider jeweils am Freitag das Becken in Arbon benützen, als Gegenleistung trainieren die dortigen Schwimmer mit. Zudem organisiert Wittenbach mit anderen Vereinen Trainingslager für verschiedene Alterskategorien. Es sind erste Schritte für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.

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